Inflations-Erklärung von Prof. Dr. Önder: „Es gibt eine Absicht, die Inflation niedrig zu halten, aber keinen technischen Fehler“

Das Türkische Statistikinstitut (TÜİK) hat die Inflationsdaten für November bekannt gegeben. Die Inflation lag im November monatlich bei 2,24 Prozent und jährlich bei 47,09 Prozent. Im Gespräch mit 12punto erläuterte der Ökonom Prof. Dr. İzzettin Önder die Methode des TÜİK zur Inflationsermittlung und sagte: „Es gibt eine Absicht, aber keinen technischen Fehler.“

Beste Çelik

Nach Angaben des Türkischen Statistikinstituts (TÜİK) stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) im November auf Monatsbasis um 2,24 Prozent. Die jährliche Inflation sank auf 47,09 Prozent. Der Ökonom Prof. Dr. İzzettin Önder bewertete die vom TÜİK bekannt gegebenen Inflationsraten gegenüber 12punto und erläuterte die Methoden zur Inflationsermittlung.

„ES GIBT EINE ABSICHT, ABER KEINEN TECHNISCHEN FEHLER“

Der Ökonom Prof. Dr. Önder äußerte, dass bei der Berechnung der Inflationsraten eine Absicht vorliege, und erklärte: „Der Preis für Tomaten in Siverek oder Diyarbakır ist nicht derselbe wie in Istanbul oder Antalya. Das TÜİK legt bei der Berechnung wahrscheinlich Orte mit niedrigeren Preisen zugrunde. Es legt die Tabelle der akademischen Welt und den Bürgern gegenüber nicht klar offen. Das TÜİK kann auf Anweisung der Regierung solche Wege einschlagen, um die Inflation niedrig erscheinen zu lassen. Hier liegt eine Absicht vor, aber kein technischer Fehler. Denn auch Gehalts- und Lohnerhöhungen werden auf Basis dieser Raten vorgenommen.“

„DIE ARBEITNEHMER MÜSSEN IHREN ANTEIL ERHALTEN“

Bezüglich der Mindestlohnraten, die Millionen von Arbeitnehmern betreffen, sagte der Ökonom Prof. Dr. Önder: „Sie haben einen Lohn von etwa 32 Prozent angekündigt, aber das ist nicht korrekt. Diese Raten können nicht aus dem Stegreif berechnet werden; der tatsächliche Anteil der Arbeitnehmer muss berechnet werden. Das ist eine kapitalistische Verzerrung.“

„DIE GEFÜHLTE INFLATION LIEGT BEI 80 PROZENT“

Zur Lebensmittelinflation, die monatlich mit 5,10 Prozent festgelegt wurde, erklärte der Ökonom Prof. Dr. Önder: „Nahrung, Wohnen und Kleidung sind grundlegende menschliche Bedürfnisse. Ein Großteil des Gehalts von Geringverdienern fließt in Lebensmittelausgaben. Sie spüren die Inflation weitaus stärker als Bürger mit hohem Einkommen. Ihre wahrgenommene Inflation steigt auf bis zu 80 Prozent.“