Raketenangriff auf Gasanlagen in Katar
Eine Reihe von Angriffen auf wichtige LNG-Produktionszentren in Katar hat zu einer massiven Unterbrechung der weltweiten Gasversorgung und zu Preisschwankungen geführt. Während sich die Inbetriebnahme von Großprojekten aufgrund der Auswirkungen der Angriffe verzögert, nimmt die Unsicherheit an den Märkten mit der Dauer der Reparaturarbeiten weiter zu.
12punto
Anfang März wurden die Flüssigerdgas-Anlagen (LNG) Ras Laffan und Pearl GTL in Katar Ziel von Raketenangriffen. Nach den Angriffen wurde die LNG-Produktion des Landes aufgrund von Bränden und großflächigen Schäden in der Region vollständig eingestellt, was zu einer erheblichen Angebotslücke auf dem globalen Gasmarkt führte.
Infolge der Raketenangriffe fielen etwa 19 Prozent der LNG-Produktion Katars aus. Diese Entwicklung löste große Turbulenzen an den globalen Energiemärkten aus, und Experten weisen darauf hin, dass die Versorgungsprobleme noch lange anhalten könnten.
Nachdem die LNG-Produktion seit dem 2. März zum Erliegen gekommen war, wurde am 4. März im Land „höhere Gewalt“ erklärt. Neue Angriffe, die im Abstand von wenigen Tagen erfolgten, verursachten zusätzliche Schäden an den Anlagen. Zuletzt wurde am 18. März gemeldet, dass die Pearl GTL-Anlage schwer beschädigt wurde.
Das neue LNG-Erweiterungsprojekt Katars namens North Field East sollte ursprünglich im November 2026 in Betrieb gehen und eine zusätzliche Kapazität von 32 Millionen Tonnen pro Jahr bereitstellen. Aufgrund der Schäden an den Anlagen wird jedoch davon ausgegangen, dass sich der Fertigstellungstermin des Projekts verzögern wird und die für den Zeitraum 2027-2028 geplanten Kapazitätserweiterungen neu bewertet werden müssen.
„Wir hatten damit gerechnet, dass es 4 bis 6 Wochen dauern würde, bis die LNG-Produktion wieder ihre volle Kapazität erreicht. Aufgrund des Ausmaßes der Schäden und der notwendigen Reparaturen ist jedoch mit einer Verlängerung dieses Zeitraums zu rechnen. Es wurde erwartet, dass das LNG-Angebot durch einen kontrollierten Wiederanlauf bis Mitte 2026 wieder das Niveau von vor dem Konflikt erreichen würde. Dieses Szenario erscheint jedoch zunehmend unwahrscheinlich. Eine länger andauernde Unterbrechung wird das globale Angebot weiter verknappen und dazu führen, dass die Preise für längere Zeit hoch bleiben“, hieß es in einer Stellungnahme.
Es wird erwartet, dass die Angriffe auf die Energieanlagen in Katar sowohl die regionale Sicherheit als auch den globalen Gashandel langfristig beeinträchtigen werden. Experten weisen darauf hin, dass die Volatilität an den globalen Energiemärkten bei möglichen neuen Entwicklungen weiter zunehmen könnte.