Scharfe Kritik von Daron Acemoğlu an The Economist: 'Fühlt sich wie ein Schmähartikel an'

Daron Acemoğlu reagierte auf die Kritik in einem anonymen Artikel des Magazins The Economist und kündigte an, eine Gegendarstellung gefordert zu haben.

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In einem anonymen Artikel des Magazins The Economist wurde der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Daron Acemoğlu, scharf kritisiert. Der Text nahm Acemoğlus akademische Arbeit, seinen Ansatz zur Wirtschaftspolitik sowie seinen Einfluss auf die Debatten über künstliche Intelligenz ins Visier.

Während der Artikel anonyme Einschätzungen einiger Ökonomen wiedergab, wurde behauptet, dass Acemoğlus theoretische Arbeiten zwar „nützlich“ seien, diese Modelle jedoch dazu verwendet würden, „zuvor erprobte und gescheiterte populistische Politiken zu unterstützen“. Zudem wurden Äußerungen des Wirtschaftsautors Noah Smith zitiert, der Acemoğlu gegenüber seit langem eine kritische Haltung einnimmt.

Die Kritik im Magazin erstreckte sich sowohl auf die Arbeiten, die die Grundlage für Acemoğlus Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2024 gemeinsam mit Simon Johnson und James Robinson bildeten, als auch auf seine Ansichten zur künstlichen Intelligenz. In dem Artikel wurde argumentiert, dass Acemoğlus Einfluss auf die KI-Debatte in einer von einigen Ökonomen unterzeichneten Erklärung sichtbar werde, und es wurde behauptet, dass dieser Ansatz nicht ausreichend klar sei.

Acemoğlu äußerte in einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account sein Unbehagen über den Artikel. Der berühmte Ökonom erklärte: „Ich bin mit dem Artikel des Magazins The Economist überhaupt nicht zufrieden; dieser Artikel fühlt sich wie ein Schmähartikel an. Das hat auch einen Hintergrund, was noch besorgniserregender ist.“

Acemoğlu gab an, das Magazin um ein Recht auf Gegendarstellung gebeten zu haben, und sagte: „Ich warte auf ihre Antwort. Wenn es nicht im Magazin erscheint, werde ich meine Antwort hier teilen.“

Die Debatte fällt in die Zeit der Veröffentlichung von Acemoğlus Buch „Hangi Liberal Demokrasi“ (Welche liberale Demokratie), in dem er sich mit der Krise liberaler demokratischer Institutionen in den letzten Jahren befasst. Thomas Piketty hatte in seiner Rezension des Buches festgestellt, dass das Werk ein starkes Plädoyer für den „Wiederaufbau eines Liberalismus der Arbeiterklasse im Stile Roosevelts“ darstelle.