Schuldenlast wächst, Rekordzahl bei Vollstreckungsakten
Während die Verschuldung in der Türkei rapide zunimmt, ist die Zahl der Akten bei den Vollstreckungsbehörden innerhalb eines Jahres um 1,519 Millionen auf 23,6 Millionen gestiegen. Die Schulden wachsen in einem breiten Spektrum, von kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zum Agrarsektor.
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Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Türkei führen zu einer stetig wachsenden Schuldenlast.
Wie Mustafa Çakır von der Zeitung Cumhuriyet berichtet, haben die Schulden kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) bei Banken die Marke von 5 Billionen Lira überschritten, während die Verbindlichkeiten des Agrarsektors erstmals die Grenze von 1 Billion Lira passierten. Die privaten Kredit- und Kreditkartenschulden der Bürger erreichten derweil 4,8 Billionen Lira. Diese Entwicklung hat zu einem Anstieg der Aktenzahlen bei den Vollstreckungsbehörden geführt.
Laut einem Wirtschaftsbericht der CHP-Fraktion im türkischen Parlament stiegen die Schulden der KMU gegenüber dem Bankensektor im April um 201 Milliarden Lira auf 5 Billionen 33 Milliarden Lira an. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die notleidenden Kredite der KMU, die aufgrund von Zahlungsunfähigkeit in die Zwangsvollstreckung gingen, um 29,4 Milliarden Lira auf 115,9 Milliarden Lira.
Eine ähnliche Situation zeigt sich im Agrarsektor. Im April stiegen die Kreditschulden der Landwirtschaft bei Banken um 38,4 Milliarden Lira auf 1 Billion 9 Milliarden Lira. In den ersten vier Monaten des Jahres wuchsen diese Schulden um 140 Milliarden Lira. Die in die Zwangsvollstreckung überführten Schulden des Sektors nahmen um 74,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Lira zu.
Die privaten Kredit- und Kreditkartenschulden der Bürger gegenüber Banken und Finanzinstituten stiegen in der Woche vom 23. bis 30. Mai um 114,8 Milliarden Lira auf 4 Billionen 684 Milliarden Lira. Die Zahl der neuen Akten, die zwischen dem 1. Januar und dem 6. Juni über das Justiznetzwerk UYAP bei den Vollstreckungsbehörden eingingen, stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent auf 4 Millionen 336 Tausend. Im gleichen Zeitraum wurden 2 Millionen 965 Tausend Akten abgeschlossen oder aus dem Verfahren genommen. Zum Stichtag 6. Juni belief sich die Gesamtzahl der anhängigen Vollstreckungsakten auf 23 Millionen 630 Tausend.