'Schwarzer Montag' an den globalen Märkten: Brent-Öl schießt in die Höhe; Gold, Silber und Börsen stürzen ab

Am zehnten Tag des Krieges, der mit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann, stehen weiterhin Energieversorgungsleitungen und Ölanlagen im Visier. Durch die Unterbrechung der Lieferungen in der Straße von Hormus stieg der Preis für Brent-Öl auf über 113 Dollar; an den globalen Märkten wird bereits über die Marke von „200 Dollar“ spekuliert. Während die asiatischen Börsen starke Einbrüche verzeichneten, kam es auch bei Gold, Silber und Kryptowährungen zu Kursrückgängen. Am ersten Tag der Woche herrschte an den Märkten eine Stimmung wie an einem „schwarzen Montag“.

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Während die Konflikte, die mit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran begannen, am zehnten Tag andauern, erschüttern die Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Nahen Osten den globalen Ölmarkt. Die weitgehende Einstellung des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus und die gezielten Angriffe auf Ölanlagen in der Region haben zu erheblichen Störungen bei Produktion und Export geführt.

Diese Entwicklungen führten zu einem drastischen Anstieg der Ölpreise.

Aufgrund der zunehmenden Unsicherheit und der Risikowahrnehmung am ersten Handelstag der Woche, die Investoren dazu veranlasste, in Barmittel umzuschichten, herrschte an den Märkten regelrecht eine „schwarzer Montag“-Stimmung. Während der Verkaufsdruck bei vielen Vermögenswerten zunahm, färbten sich die Bildschirme weitgehend rot.

DRASTISCHER ANSTIEG DER ÖLPREISE

Die Ölpreise, die an den asiatischen Märkten mit einem starken Anstieg in die Woche starteten, sorgten für Aufsehen. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl stieg um 27 Prozent auf 119,50 Dollar und näherte sich damit den höchsten Ständen der letzten vier Jahre.

Der Preis für US-Rohöl stieg in ähnlicher Weise drastisch an und steuerte mit einem Zuwachs von fast 30 Prozent auf das Niveau von 119 Dollar zu.

Gegen 06.20 Uhr türkischer Zeit (TSİ) notierte Brent-Öl bei etwa 115 Dollar, während sich der Preis für ein Barrel US-Rohöl bei etwa 114 Dollar zu stabilisieren versuchte.

STARKE EINBRÜCHE AN ASIATISCHEN BÖRSEN

Die zunehmenden geopolitischen Risiken führten auch an den asiatischen Börsen zu massiven Verkäufen. Die Verluste beim japanischen Nikkei-Index und dem südkoreanischen Kospi-Index überstiegen 7 Prozent. In der gesamten Region war zu beobachten, dass sich Investoren schnell von risikoreichen Vermögenswerten trennten.

KRISE IN HORMUS, RÜCKGANG IN DER PRODUKTION

Da es keine Anzeichen für ein baldiges Ende der Konflikte gibt und Tanker die Straße von Hormus weiterhin nicht passieren können, wachsen die Sorgen um die Ölversorgung.

Während die Ölanlagen in der Region in den letzten Tagen wiederholt Ziel von Drohnen- und Raketenangriffen wurden, erklärte die Kuwait Petroleum Corporation „höhere Gewalt“ (Force Majeure) und setzte ihre Produktions- und Lieferverpflichtungen vorübergehend aus. Aus dem Irak wurde gemeldet, dass die Ölproduktion um etwa 60 Prozent zurückgegangen sei.

WARNUNG VOR „200 DOLLAR“

Nach dem Angriff der USA und Israels auf große Treibstofflager in Teheran gaben die Iranischen Revolutionsgarden eine scharfe Erklärung ab. Darin wurde darauf hingewiesen, dass Energieanlagen in der Region ins Visier genommen werden könnten, und vor einem Anstieg der Ölpreise auf über 200 Dollar gewarnt.

VERKAUFSWELLE IN EUROPA UND DEN USA

Auch an den europäischen Märkten wird ein schwacher Wochenstart erwartet. Während Rückgänge von fast 3 Prozent bei den Terminkontrakten auffielen, erreichten die Verluste beim Euro Stoxx 600, der als Leitindex für europäische Börsen gilt, 2,7 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich an den US-Märkten. Während die Verluste bei den Terminkontrakten über 2 Prozent stiegen, notierten die S&P 500-Futures gegen 06.00 Uhr TSİ mit einem Minus von 2,1 Prozent.

RÜCKGANG BEI GOLD, SILBER UND KRYPTOWÄHRUNGEN

Während die durch die Störungen in den Energiekorridoren verursachte Unsicherheit die Märkte erschütterte, kam es auch bei Gold, das als sicherer Hafen gilt, zu einem bemerkenswerten Preisrückgang. Der Goldpreis pro Unze fiel am Morgen um 2,25 Prozent auf 5.055 Dollar. Auf dem Binnenmarkt sank der Preis für ein Gramm Gold auf etwa 7.170 TL.

Während der Preis für eine Unze Silber auf 83 Dollar fiel, wirkte sich die Flucht aus risikoreichen Vermögenswerten auch auf den Kryptowährungsmarkt aus. Der Bitcoin-Preis fiel auf ein Niveau von 66.000 Dollar zurück.

TRUMPS KOMMENTAR ZUM ÖLPREIS

US-Präsident Donald Trump äußerte sich derweil abwiegelnd zum Anstieg der Ölpreise.

In einem Beitrag auf seinem Social-Media-Konto argumentierte Trump, dass die Preise nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran wieder fallen würden, und bezeichnete den Anstieg als „einen kleinen Preis, den die USA und die Welt für ihre Sicherheit zahlen müssen“.

„ESHEL MOBIL“-SYSTEM IN DER TÜRKEI WIEDER AKTIVIERT

Nach dem schnellen Anstieg der globalen Ölpreise wurde in der Türkei das bereits früher angewandte „Eshel Mobil“-System (ein gleitendes Steuersystem) wieder in Kraft gesetzt, um die Kraftstoffpreise zu begrenzen.

Dem System zufolge werden 75 Prozent des Anstiegs der Kraftstoffpreise durch die Sonderverbrauchsteuer (ÖTV) abgefedert, während die restlichen 25 Prozent als Preiserhöhung an den Zapfsäulen weitergegeben werden. Mit diesem Schritt soll insbesondere der mögliche Inflationsdruck gemindert werden.