Sorge vor Angebotsverknappung auf dem Aluminiummarkt wächst
Die Angriffe des Iran auf kritische Aluminiumanlagen im Nahen Osten haben weltweit Besorgnis über die Sicherheit der Metallversorgung ausgelöst.
12punto
Das globale Gleichgewicht im Aluminiumsektor wurde durch die Angriffe am Wochenende schwer erschüttert. Nach den vom Iran ausgehenden Angriffen auf die Anlagen von Emirates Global Aluminium (EGA) in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Aluminium Bahrain (Alba) mit Sitz in Bahrain stiegen die Preise auf den Weltmärkten rapide an. Insbesondere die Sorge vor einer Angebotsverknappung bei Aluminium, das für verschiedene Sektoren wie die Luftfahrt, Lebensmittelverpackungen und erneuerbare Energien von entscheidender Bedeutung ist, trat in den Vordergrund.
Emirates Global Aluminium bezeichnete den Schaden an seinem Standort in Abu Dhabi als „erheblich“, während Aluminium Bahrain erklärte, man befinde sich im Prozess der Bewertung der Schäden in den eigenen Fabriken. Wenn man bedenkt, dass der Nahe Osten etwa 9 Prozent der weltweiten Aluminiumproduktion liefert, wird darauf hingewiesen, dass langfristige Produktionsausfälle in dieser Region nicht leicht zu kompensieren sein werden.
Regionale Produzenten, die aufgrund der Schließung der Straße von Hormus bereits Schwierigkeiten beim Zugang zu Rohstoffen hatten, sehen sich nach den Angriffen mit einer noch schwierigeren Lage konfrontiert. Akteure der Branche betonen, dass es schwierig sein werde, diese neuen Störungen in der Lieferkette kurzfristig zu beheben.
Daten der London Metal Exchange (LME) zeigen, dass die Aluminiumbestände bereits auf den niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre gefallen sind. Laut einer Analyse von Goldman Sachs könnte im zweiten Quartal des Jahres ein Angebotsdefizit von 900.000 Tonnen entstehen, und die aktuellen Bestände könnten die Nachfrage nur für 45 Tage decken.
An der LME erreichten die Aluminiumpreise mit einem plötzlichen Anstieg 3.428 US-Dollar pro Tonne. Auf dem europäischen Markt verzeichneten die Aluminium-Billet-Prämien seit Beginn des Krieges einen Anstieg von 63 Prozent. Zudem deutet die Tatsache, dass die Spotpreise über den Terminpreisen liegen, darauf hin, dass es immer schwieriger wird, physische Produkte zu finden, was die Nervosität am Markt erhöht. Dies markiert den höchsten Stand seit 2007.
Auf der anderen Seite reagierten Produzenten außerhalb des Nahen Ostens positiv auf die Entwicklungen. Während die Aktien des australischen Unternehmens South32 um 8,2 Prozent stiegen, legte die Aluminum Corp of China um etwa 9 Prozent zu. Experten warnen, dass der Preisdruck auf globaler Ebene anhalten könnte, falls die Angebotsknappheit in der Region fortbesteht.