Tagesgeldsatz fällt unter den Leitzins
Während aus der türkischen Wirtschaftsführung weiterhin klare Signale für einen straffen Kurs kommen, ist es bemerkenswert, dass die Tagesgeldsätze unter den Leitzins gefallen sind.
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Während der BIST-Tagesgeldsatz auf ein Niveau von 47 Prozent sank, fiel er damit 2,87 Punkte unter den einwöchigen Repo-Zinssatz, den Leitzins der türkischen Zentralbank (TCMB).
In den letzten Tagen fiel der zunehmende Liquiditätsüberschuss am Markt auf. Nach Daten der TCMB stieg der Liquiditätsüberschuss im System zum 21. Mai auf 462 Milliarden TL. Damit wurde der höchste Liquiditätsüberschuss seit Januar verzeichnet.
Mit dem Liquiditätsüberschuss im System trat auch der zuletzt zu beobachtende Seitwärtstrend bei den Einlagenzinsen in den Vordergrund.
Den Daten der TCMB zufolge hat sich der durchschnittliche zusammengesetzte Einlagenzins mit einer Laufzeit von 1 bis 3 Monaten auf einem Plateau von 68 Prozent eingependelt.
HINWEIS AUF STRAFFEN KURS
Obwohl Signale einer faktischen Lockerung wie der Rückgang des Tagesgeldsatzes unter den Leitzins und das Plateau bei den Einlagenzinsen zu beobachten sind, betonten Vertreter der Wirtschaftsführung weiterhin, dass der straffe Kurs beibehalten werde.
TCMB-Gouverneur Fatih Karahan, der bereits bei der Präsentation des zweiten Inflationsberichts des Jahres Signale für einen straffen Kurs gegeben hatte, betonte zuletzt in seiner Rede auf dem Qatar Economic Forum, dass man sich der Inflationsrisiken bewusst sei und nicht davor zurückschrecken werde, diesbezüglich Maßnahmen zu ergreifen.
Auch Finanzminister Mehmet Şimşek bekräftigte die Botschaft, dass die Fiskalpolitik die Geldpolitik unterstützen werde.
Bei der Vorstellung der Plattform für Finanzielle Bildung äußerte sich Şimşek wie folgt:
"Die monatlichen Inflationszahlen beginnen nun, mit unseren Zielen zu korrespondieren. Ich glaube, dass die Inflation durch die Geld- und Fiskalpolitik, die wir im letzten Jahr umgesetzt haben, sehr schnell bis Ende dieses Jahres die 30er-Marke erreichen wird. Danach im nächsten Jahr die 10er-Marke, im darauffolgenden Jahr einstellige Werte, um sie dann auf einem niedrigen einstelligen Niveau zu halten."