TCMB gibt Entscheidung morgen bekannt: Zinsprognose eines Wirtschaftsautors

Der Wirtschaftsautor Alaattin Aktaş merkte an, dass die Zentralbank den Leitzins bei 50 Prozent belassen werde, in den kommenden Monaten jedoch eine Senkung möglich sei.

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Das geldpolitische Komitee (PPK) der Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) wird am Dienstag, den 23. Juli, unter dem Vorsitz von Zentralbankpräsident Fatih Karahan zusammentreten.

Die Zinsentscheidung wird am selben Tag um 14.00 Uhr bekannt gegeben.

Während die Märkte gespannt auf die Zinsentscheidung der TCMB blicken, erklärte der Ekonomim-Autor Alaattin Aktaş, dass es möglicherweise keine Änderung am Leitzins geben werde. Aktaş wies zudem darauf hin, dass es in den kommenden Monaten aufgrund von Basiseffekten zu einem Rückgang der Inflation kommen werde, und merkte an, dass die Zentralbank erklären müsse, welche Kriterien sie für die Zinsentscheidung heranziehe.

Der entsprechende Abschnitt aus Aktaş' Artikel mit dem Titel 'Der Zins bleibt unverändert, aber werden sich auch diese kritischen Sätze ändern?' lautet wie folgt: 

"Der Leitzins wird höchstwahrscheinlich nicht geändert und bei 50 Prozent belassen.

Eine Zinserhöhung steht absolut nicht zur Debatte.

Eine Zinssenkung steht zwar auf der Agenda, ist aber aus zeitlicher Sicht kein Thema.

Daher werden wir in der morgigen Erklärung sehen, dass der Zins bei 50 Prozent stabil gehalten wird.

WAS IST MIT DEN FORMULIERUNGEN?

Der Zins wird sich sehr wahrscheinlich nicht ändern, aber die Frage ist nun, ob die scharfen Formulierungen, die die Zentralbank bisher in ihren Zinsentscheidungen verwendet hat, beibehalten werden oder ob wir eine Lockerung dieser Ausdrücke sehen werden.

Was wurde bisher in den PPK-Erklärungen gesagt:

‘Die straffe geldpolitische Haltung wird beibehalten, bis ein deutlicher und dauerhafter Rückgang des zugrunde liegenden Trends der monatlichen Inflation erreicht ist und die Inflationserwartungen sich dem prognostizierten Zielbereich annähern.’

Diese Aussage bezieht sich darauf, unter welchen Bedingungen die straffe Geldpolitik oder die relativ hohen Zinsen weiterhin angewendet werden.

Es gibt noch eine weitere Aussage, die mittlerweile kaum noch Bedeutung hat. Diese Aussage deutet darauf hin, wann die Notwendigkeit einer erneuten Zinserhöhung eintreten könnte:

‘Im Falle einer absehbaren deutlichen und dauerhaften Verschlechterung der Inflation wird die geldpolitische Haltung gestrafft.’

‘WIR SCHAUEN AUF DEN MONATLICHEN, NICHT AUF DEN JÄHRLICHEN TREND’

Ich habe es gerade erwähnt. Da eine Zinserhöhung nicht mehr zur Debatte steht, hat der zweite Satz kaum noch Bedeutung. Wichtig ist der erste Satz bezüglich der Fortsetzung der straffen Geldpolitik.

Die Führung der Zentralbank hat wiederholt und nachdrücklich betont, dass für eine Zinssenkung nicht auf den jährlichen Trend der Inflation, sondern auf die monatlichen Raten geschaut werde. Die Formulierung, die in jedem PPK-Sitzungsprotokoll enthalten ist, ist ohnehin sehr klar:

‘Im zugrunde liegenden Trend der monatlichen Inflation...’

Weiß die Zentralbank nicht, dass die jährliche Inflation insbesondere in den Monaten Juli und August schnell sinken wird, dies aber auf Basiseffekten beruht? Natürlich weiß sie das.

Die Zentralbank, die voraussieht, dass dieser Trend den Wunsch, weitere Anregungen oder gar Druck in Richtung ‘Schaut her, die Inflation sinkt, lasst uns endlich die Zinsen senken’ erzeugen und letztlich in einen Befehl münden könnte, legt bereits jetzt ihre Haltung dar.

Es ist jedoch eine Sache, diese Ansicht zu äußern, die man als ‘Es gibt noch keinen Rückgang im zugrunde liegenden Trend der monatlichen Inflation, daher sollte man die Zinsen nicht senken, das wäre falsch’ zusammenfassen kann, und eine ganz andere, mit dieser Ansicht vor die Politiker zu treten und sicherzustellen, dass das Richtige getan wird.

Wir haben in der Vergangenheit viele Beispiele dafür gesehen; da in der Wirtschaft der Befehl das Eisen schneidet, konnte man in einer Zeit, in der es hieß ‘Es ist nicht die Zeit dafür’, plötzlich erleben, dass die Zinsen doch gesenkt wurden.

WANN IST ALSO DIE ZEIT FÜR EINE ZINSSENKUNG?

Genau das wird jetzt diskutiert; wann sollte mit der Zinssenkung begonnen werden?

Diese Frage hat zwei Antworten...

Die erste ist die gnadenlose Antwort: ‘Wann immer die Politik es will.’

Die zweite ist die wirtschaftliche Antwort: ‘Wann immer die Zentralbank es für angemessen hält.’

Um jedoch eine fundierte Meinung zur zweiten Antwort zu bilden, muss die Zentralbank eine Definition präzisieren.

Die Zentralbank spricht zwar von monatlicher Inflation, aber damit ist nicht die Schlagzeilen-Inflation gemeint, die wir alle sehen.

Wenn die Zentralbank vom ‘zugrunde liegenden Trend der monatlichen Inflation’ spricht, meint sie eine saisonbereinigte Berechnung. Präsident Karahan hatte auf die Frage, was mit diesem Ausdruck gemeint sei, gesagt, dass sie diese Rate oder Berechnung erklären könnten, aber bisher gab es in dieser Hinsicht keine Entwicklung.

Daher ist es zwar so, dass die jährliche Inflation (gemäß dem Pfad zum Erreichen von 38 Prozent) Ende Juli unter 60 Prozent und Ende August knapp unter 50 Prozent fallen wird, aber die Zentralbank misst dem keine Bedeutung bei; doch es ist auch nicht bekannt, welche Rate auf monatlicher Basis als wichtig erachtet und verfolgt wird.

Das heißt, welche monatlichen Niveaus für die Zentralbank bedeuten ‘Okay, jetzt wurde ein dauerhafter und deutlicher Rückgang der Inflation erreicht’, ist praktisch ein Geheimnis."