TEPAV: Rückgang der Inflation wird langwierig und kostspielig

Die Stiftung für wirtschaftspolitische Forschung der Türkei (TEPAV) hat ihren zweiten Bericht zur wirtschaftlichen Lage der Türkei veröffentlicht. Darin wird darauf hingewiesen, dass die Türkei zwar 2023 unter den OECD-Ländern die höchste Wachstumsrate aufwies, jedoch die geringste Kapazität zur Schaffung von Arbeitsplätzen hatte. Zudem wird gewarnt, dass der Prozess der Inflationssenkung ohne entsprechende politische Maßnahmen zu Lasten des gesellschaftlichen Wohlstands gehen werde.

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Die Stiftung für wirtschaftspolitische Forschung der Türkei (TEPAV) hat die zweite Ausgabe ihres Berichts zur wirtschaftlichen Lage der Türkei veröffentlicht. Der Bericht befasst sich mit dem Wirtschaftswachstum, dem Arbeitsmarkt, der Inflation, den öffentlichen Finanzen, dem Außenhandel sowie den Risiken und weist darauf hin, dass die Kosten der Inflation ohne politische Gegenmaßnahmen den gesellschaftlichen Wohlstand beeinträchtigen könnten.

Im Bericht wird hervorgehoben, dass die Türkei im Jahr 2023 zwar die höchste Wachstumsrate unter den OECD-Ländern verzeichnete, jedoch die geringste Kapazität zur Schaffung von Arbeitsplätzen aufwies. Gleichzeitig wird davor gewarnt, dass der Prozess der Inflationssenkung mit Kosten verbunden sein wird, die den gesellschaftlichen Wohlstand belasten.

Dem Bericht zufolge wurde die Wachstumsprognose für 2023 von den im vorherigen Bericht genannten 3,7 Prozent auf etwa 4,2 Prozent revidiert, da der erwartete Rückgang beim Konsum ausgeblieben ist. Zudem wird für das Jahr 2024 eine Verlangsamung der Wirtschaft erwartet, wobei das Wachstum auf 3,2 beziehungsweise 3,5 Prozent prognostiziert wird.

Der Bericht betont die Erwartung, dass der Prozess der Inflationssenkung langwierig und kostspielig sein wird. Es wird geschätzt, dass der Leitzins im Jahr 2024 45 Prozent erreichen könnte und die Inflation zum Ende dieses Jahres bei 40 Prozent sowie zum Ende des nächsten Jahres bei 24 Prozent liegen könnte.

Es wurde betont, dass die Kosten bei einem Ausbleiben notwendiger politischer Maßnahmen während des Inflationssenkungsprozesses zu Lasten der Beschäftigung und des gesellschaftlichen Wohlstands gehen könnten.

Laut dem Bericht könnte sich die finanzielle Lage verschlechtern, falls keine einnahmesteigernden oder ausgabensenkenden Maßnahmen im öffentlichen Haushalt ergriffen werden. Das Verhältnis des Haushaltsdefizits der Zentralregierung zum Bruttoinlandsprodukt wird für 2024 auf 5,9 Prozent und für 2025 auf 4,3 Prozent geschätzt.

Der Bericht enthält die Prognose, dass sich die öffentlichen Finanzen aufgrund der Ausgaben für die Erdbebenfolgen, des Rentensystems, der hohen Reallohnerhöhungen für das öffentliche Personal sowie der steigenden Zinsen weiter verschlechtern werden.

DAS PROBLEM DER ARBEITSLOSIGKEIT WIRD BESTEHEN BLEIBEN

Ein weiterer bemerkenswerter Punkt im Bericht ist, dass das Wachstum keine Beschäftigung schafft. Es wurde festgestellt, dass die Türkei trotz der höchsten Wachstumsrate eine geringe Kapazität zur Schaffung von Arbeitsplätzen hat und das Problem der Arbeitslosigkeit bestehen bleiben könnte, sofern die strukturellen Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht gelöst werden.