Türkei-Bericht der Deutschen Bank: 'Inflation wird steigen, Zinsen werden sinken'

Die Deutsche Bank, eine der größten Banken Deutschlands, prognostiziert, dass die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) den Leitzins bis zu den letzten zwei Monaten des Jahres bei 50 Prozent halten wird. Dem Bericht der Bank zufolge wird die TCMB im November und Dezember eine Zinssenkung um insgesamt 250 Basispunkte vornehmen. Unterdessen wird für Juli und August ein Anstieg der Inflation erwartet.

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Der deutsche Finanzriese Deutsche Bank hat seine neue Makro-Notiz unter dem Titel "Türkei (TCMB): Keine Zinsänderung erwartet, aber Augenmerk auf Liquiditätsmaßnahmen" veröffentlicht.

INFLATION WIRD IM JULI UND AUGUST STEIGEN

In dem Bericht, der von dem Ökonomen Yiğit Onay und dem Strategen Christian Wietoska verfasst wurde, wird prognostiziert, dass die monatliche Inflation im Juli und August aufgrund von Anpassungen bei regulierten Preisen, automatischen Steuererhöhungen bei Kraftstoffen, Alkohol und Tabak sowie Lohnerhöhungen für Beamte und Rentner steigen wird.

'TÜRKEI IST IN EINEN DESINFLATIONSPROZESS EINGETRETEN'

Die Deutsche Bank erwartet, dass die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) den Leitzins bei ihrer Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (PPK) im Juli bei 50 Prozent belassen wird. Obwohl die türkische Wirtschaft im Juni mit einer besser als erwarteten Inflationsrate in einen Desinflationszyklus eingetreten ist, wird darauf hingewiesen, dass die notwendigen Bedingungen für eine Lockerung der Geldpolitik noch nicht gegeben sind.

Im Gegenteil, es wird darauf hingewiesen, dass die TCMB zusätzliche Straffungsmaßnahmen ergreifen könnte, wie etwa Liquiditätssterilisierungsinstrumente und die Erhöhung der Verzinsungssätze für Mindestreserven, um eine vorzeitige Lockerung der monetären Bedingungen zu verhindern.

ZINSSENKUNG UM 250 BASISPUNKTE IM NOVEMBER UND DEZEMBER

Dem Basisszenario der Deutschen Bank zufolge wird die TCMB ihre derzeitige Politik bis November beibehalten und in den letzten zwei Monaten des Jahres den Leitzins durch eine Senkung um insgesamt 500 Basispunkte auf 45 Prozent reduzieren.

Zu den Faktoren hinter dieser Entscheidung zählen der anhaltende Rückgang des zugrunde liegenden Inflationstrends, die Verankerung der Inflationserwartungen, die Verlangsamung der Binnennachfrage und eine deutliche Auflösung der KKM-Konten (devisengeschützte Einlagen).

ZINSEN WERDEN BIS ENDE 2025 AUF 25 PROZENT SINKEN

Im Bericht wird prognostiziert, dass die TCMB bis Ende 2025 einen schrittweisen, aber dauerhaften Lockerungszyklus fortsetzen und den Leitzins auf ein Niveau von 25 Prozent senken wird.

VORSICHTIGE HALTUNG UND LIQUIDITÄTSMASSNAHMEN

Im Bericht wird erklärt, dass die TCMB ihre vorsichtige Haltung beibehalten und zusätzliche liquiditätsstraffende Maßnahmen ergreifen könnte, um überschüssige TL-Liquidität dauerhaft zu sterilisieren. Die Anpassung der Mindestreservesätze steht bei diesen Maßnahmen an erster Stelle. Die Deutsche Bank weist darauf hin, dass die TCMB durch Devisenkäufe überschüssige TL-Liquidität am Markt erzeugt hat, und betont, dass diese überschüssige Liquidität nachhaltiger abgeschöpft werden muss.

GELDPOLITISCHER TRANSMISSIONSMECHANISMUS

Die Deutsche Bank gibt an, dass die TCMB verschiedene Schritte unternehmen könnte, um die Wirksamkeit ihres geldpolitischen Transmissionsmechanismus zu stärken.

Die Rückabwicklung von Devisenswap-Geschäften mit lokalen Banken, die Senkung von Devisenswap-Limits durch Quotierungsmethoden und die Umwandlung von Offenmarktgeschäften in den primären Finanzierungskanal werden als einige der Bemühungen in diese Richtung aufgeführt.

Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass aufgrund der Verlangsamung des Kreditwachstums, des Drucks auf die Rentabilität des Bankensektors und der Mengenbegrenzungen für Devisenderivatgeschäfte lokaler Banken mit Offshore-Gegenparteien einige Schwierigkeiten auftreten könnten.