Türkei schlägt USA Beilegung des Halkbank-Verfahrens für 100 Millionen Dollar vor

Die internationale Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass türkische Beamte bei einem Treffen zwischen Präsident Erdoğan und US-Präsident Trump am 25. September im Weißen Haus den Vorschlag unterbreitet hätten, das Halkbank-Verfahren durch eine Zahlung von 100 Millionen Dollar im Rahmen eines Vergleichs beizulegen.

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Nach Informationen internationaler Nachrichtenagenturen hat die Türkei den USA einen Vergleichsvorschlag unterbreitet, um das Gerichtsverfahren gegen die Halkbank zu beenden. Es heißt, dass dieser Vorschlag die Bedingung enthalte, dass die Bank kein Schuldeingeständnis abgibt. Diplomatischer Quellen zufolge ist der Abschluss einer Vereinbarung unter dieser Bedingung für Ankara von großer Bedeutung.

Die Halkbank steht vor US-Gerichten wegen Betrugs, Geldwäsche und Verschwörung vor Gericht. Der Bank wird vorgeworfen, dem Iran dabei geholfen zu haben, US-Sanktionen durch Gold- und Bargeldtransfers über Öleinnahmen zu umgehen. US-Staatsanwälte gehen davon aus, dass zwischen 2012 und 2015 durch vorgetäuschten Lebensmittelhandel rund 20 Milliarden Dollar in den Iran transferiert wurden.

Die Bank weist die Vorwürfe kategorisch zurück und hatte Berufung eingelegt, mit der Begründung, dass sie als „Staatsbank“ in den USA nicht strafrechtlich verfolgt werden könne. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte jedoch diese Woche den Einwand der Halkbank auf Immunität ab und entschied, dass das Strafverfahren fortgesetzt werden kann. Nach dieser Entwicklung wurde ein Wertverlust der Halkbank-Aktien um 10 Prozent verzeichnet.

In einer Erklärung der Halkbank-Verantwortlichen hieß es, dass „die Suche nach einer Einigung im Rahmen der laufenden Gespräche zwischen den USA und der Türkei positiv verläuft“.

Der Halkbank-Fall bleibt seit Jahren ein wichtiger Spannungsfaktor in den Beziehungen zwischen Ankara und Washington. Nachdem die Türkei das S-400-Luftabwehrsystem aus Russland erworben hatte, hatte die US-Regierung die Türkei aus dem F-35-Kampfjetprogramm ausgeschlossen und einige Sanktionen im Bereich der Verteidigungsindustrie verhängt, was die Beziehungen weiter belastete.

Experten schätzen, dass eine mögliche Einigung für die Halkbank dazu beitragen könnte, die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und den USA zu entspannen.

In den vergangenen Jahren wurden bei ähnlichen Sanktionsverstößen gegen große europäische Banken Strafen in Milliardenhöhe verhängt. So hatte beispielsweise die französische BNP Paribas 2014 zugestimmt, eine Strafe von 9 Milliarden Dollar wegen der Umgehung von Sanktionen im Zusammenhang mit dem Sudan, Kuba und dem Iran zu zahlen. Auch HSBC, Credit Suisse und einige andere Finanzinstitute wurden wegen ähnlicher Verstöße zu hohen Geldstrafen verurteilt.