Überraschende Türkei-Prognose von Morgan Stanley
Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat neue Zins- und Inflationsprognosen für die Türkei veröffentlicht. Die Bank geht davon aus, dass die türkische Zentralbank (TCMB) im Juli mit Zinssenkungen beginnen wird.
12punto
Die in den USA ansässige Investmentbank Morgan Stanley hat in ihrer neuen Analyse zur Türkei bemerkenswerte Prognosen aufgestellt. Die Bank kündigte an, dass die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) im Juli mit Zinssenkungen beginnen werde, da die Binnennachfrage in den Sommermonaten nachlasse und die Inflationserwartungen sinken würden.
Laut Morgan Stanley soll der Leitzins mit einer ersten Senkung um 250 Basispunkte im Juli auf 43,50 Prozent gesenkt werden. Die Bank erwartet für August, September und Oktober weitere Zinssenkungen in gleicher Höhe. Diesem Szenario zufolge würde der Leitzins bis Ende 2025 auf 36 Prozent fallen.
KEINE ÄNDERUNG BEI DER INFLATIONSPROGNOSE
Die Bank behielt ihre Inflationsprognose für die Türkei zum Jahresende bei 29 Prozent bei. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Strompreiserhöhung im April und die erwartete Erhöhung der Erdgaspreise im Juli kurzfristig Druck auf die Inflation ausüben könnten. Es wurde jedoch angemerkt, dass diese Preiserhöhungen vorübergehender Natur seien und der Prozess eines schnellen Inflationsrückgangs dank der vorsichtigen Haltung der TCMB anhalten werde.
Im Bericht von Morgan Stanley wurde die Strategie der TCMB zur aktiven Liquiditätssteuerung hervorgehoben. Es wurde betont, dass diese Strategie dazu beitragen werde, mögliche Liquiditätsengpässe im Bankensystem auszugleichen und das Erreichen der Inflationsziele zu erleichtern. Zudem fügte die Bank hinzu, dass Zinssenkungen in einem Umfeld schwächerer Binnennachfrage einen geringeren inflationären Effekt haben würden.