Umfassender Sparplan bei Volkswagen: Transformation könnte 100.000 Menschen betreffen

Der Aufsichtsrat von Volkswagen berät über einen Plan, der die Zukunft einiger Werke in Deutschland sowie einen massiven Stellenabbau umfasst.

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Volkswagen, Europas größter Automobilhersteller, bringt heute einen umfassenden Umstrukturierungsplan zur Senkung der Kosten in den Aufsichtsrat ein. Bei dem Treffen am Hauptsitz in Wolfsburg wird das von CEO Oliver Blume ausgearbeitete Sparprogramm erörtert.

Sollte der Plan angenommen werden, würde das Unternehmen eine der größten organisatorischen Transformationen seiner Geschichte einleiten. Wie Reuters berichtet, sieht der Entwurf einen Stellenabbau von rund 100.000 Mitarbeitern im gesamten Volkswagen-Konzern vor.

Die Volkswagen-Werke stehen aufgrund des Umstrukturierungsplans des Unternehmens erneut im Fokus.

WERKSCHLIESSUNGEN IM GESPRÄCH

Zu den geprüften Optionen gehört auch die Schließung der Werke in Hannover, Emden und Zwickau sowie des Audi-Standorts in Neckarsulm. Diese Optionen deuten auf eine Verkleinerung hin, die etwa doppelt so groß ist wie die zuvor öffentlich gewordenen Pläne zum Stellenabbau.

Das Volkswagen-Management steht aufgrund gestiegener Produktionskosten, Überkapazitäten in Deutschland, des zunehmenden Wettbewerbs durch chinesische Automobilhersteller und der von den USA auf importierte Autos erhobenen Zölle unter Rentabilitätsdruck. Es heißt, dass auch Investoren drastischere Maßnahmen zur Kostensenkung erwarten.

Es wird jedoch nicht erwartet, dass der Entscheidungsprozess reibungslos verläuft. Im Aufsichtsrat sitzen neben Vertretern der Familien Porsche und Piëch auch Gewerkschaften und die Landesregierung von Niedersachsen. Zudem hatte die Unternehmensführung in einer Ende 2024 mit den Gewerkschaften getroffenen Vereinbarung zugesichert, dass keine Werke in Deutschland geschlossen würden.

Steigende Kosten und Kapazitätsdruck in der Branche bringen die Produktionspläne erneut auf die Tagesordnung.

Aus diesem Grund liegen auch alternative Szenarien für Werke mit geringer Auslastung auf dem Tisch. Während die Suche nach Investoren für das Werk in Osnabrück andauert, wird auch die Produktion einiger für den chinesischen Markt entwickelter Modelle in Deutschland als Option genannt.

Branchenprognosen zufolge wird erwartet, dass die Kapazitätsauslastung in den deutschen Volkswagen-Werken bis 2026 auf 81 Prozent und bis Ende des Jahrzehnts auf 73 Prozent sinken wird. Für das Werk in Zwickau, dessen Schließung diskutiert wird, wird ein Rückgang der Auslastung auf 42 Prozent bis 2030 prognostiziert.

Vor dem Treffen organisierte die IG Metall, Deutschlands größte Industriegewerkschaft, Proteste an rund 20 Volkswagen-Standorten im ganzen Land. Die IG-Metall-Vorsitzende und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen, Christiane Benner, kritisierte das Management und forderte Lösungen, die eine Vollauslastung der deutschen Produktionsstätten sicherstellen.