US-Großbank veröffentlicht Inflations- und Zinsprognose für die Türkei

Der globale Finanzriese JPMorgan hat seine Prognosen für die Inflation und den Leitzins in der Türkei zum Jahresende aufgrund des Anstiegs der Energiepreise nach oben korrigiert. Es wird erwartet, dass die Zentralbank länger als bisher angenommen an ihrer straffen Geldpolitik festhält.

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Bei den Bewertungen der türkischen Wirtschaft erweisen sich die Prognosen internationaler Institutionen weiterhin als wichtiger Indikator. Zuletzt hat JPMorgan darauf hingewiesen, dass der Anstieg der Energiekosten in der Türkei die Inflations- und Zinserwartungen erheblich beeinflusst, und hat seine Prognosen entsprechend nach oben angepasst.

Den im März veröffentlichten Daten zufolge wurde die jährliche Inflationsrate in der Türkei mit 30,87 Prozent verzeichnet. Die Aufwärtsbewegung der globalen Energiepreise führte jedoch zu einer Änderung der Jahresendprognosen. Die zuvor auf 26,4 Prozent festgelegte Inflationsprognose für das Jahresende wurde auf 28 Prozent angehoben. Im Bericht wird insbesondere die Erwartung von Preiserhöhungen bei Energie, vor allem bei Strom und Erdgas, hervorgehoben; dabei wird betont, dass die jährliche Inflation in diesen Bereichen 39 Prozent erreichen könnte.

Die Bank aktualisierte zudem ihre Erwartungen bezüglich des Leitzinses der Zentralbank der Republik Türkei (TCMB). Es wurde die Prognose aufgestellt, dass der Leitzins zum Jahresende bei 34 statt bei 32 Prozent liegen werde. Kurzfristig wird erwartet, dass die TCMB bei der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses am 22. April den Leitzins von 37 auf 40 Prozent anheben wird. Auch die Möglichkeit einer Erhöhung des Übernacht-Kreditzinssatzes auf 43 Prozent wurde hervorgehoben.

Den Einschätzungen von JPMorgan zufolge könnte ab Juli ein Prozess der Zinssenkungen beginnen, wobei bis zum Jahresende drei Zinsschritte von jeweils 100 Basispunkten prognostiziert werden. Sollten die Energiepreise jedoch auf ihrem hohen Niveau verharren, wird davon ausgegangen, dass die Zentralbank ihre Entschlossenheit bei der geldpolitischen Straffung beibehalten wird.

Während erwartet wird, dass die steigenden Energiekosten den Inflationsdruck in den kommenden Monaten weiter erhöhen, wurde eingeschätzt, dass dies dazu führen könnte, dass die Zinsen in der Türkei für einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau bleiben.