Während die Zahl der Dollarmillionäre in der Türkei rapide steigt, vertieft sich die Vermögensungleichheit
Laut dem Global Wealth Report 2024 von UBS ist die Zahl der Dollarmillionäre in der Türkei auf ein Rekordniveau gestiegen. Die hohe Inflation mindert jedoch den realen Wert des Vermögens und verschärft gleichzeitig die Ungerechtigkeit bei der Einkommensverteilung.
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Der von dem Schweizer Finanzinstitut UBS veröffentlichte Global Wealth Report 2024 zeigt, dass die Türkei durch den Anstieg der Zahl ihrer Dollarmillionäre auffällt. Dem Bericht zufolge stieg die Zahl der Dollarmillionäre in der Türkei um etwa 7 Tausend auf fast 68 Tausend an, womit das Land weltweit den schnellsten Zuwachs in diesem Bereich verzeichnete. Auf die Türkei folgten die Vereinigten Arabischen Emirate mit einem Anstieg von 5,8 Prozent und anschließend Russland.
Weltweit erreichten im Jahr 2024 weitere 684 Tausend Menschen den Status eines Dollarmillionärs. Damit setzt sich der Anstieg der Gesamtzahl der Dollarmillionäre mit einer Dynamik fort, die bis 2029 einen Zuwachs um weitere fünf Millionen erwartet. Während die USA mit rund 24 Millionen Dollarmillionären die Liste anführen, liegen China mit 6,3 Millionen und Frankreich mit etwa 3 Millionen Dollarmillionären ebenfalls auf den vorderen Plätzen.
UNGLEICHHEIT HAT ZUGENOMMEN
Trotz des Anstiegs der Zahl der Dollarmillionäre in der Türkei ist der reale Wert des Vermögens im Land gesunken. Obwohl das Vermögen pro Kopf um über 35 Prozent gestiegen ist, deutet dieser Wert inflationsbereinigt auf einen Rückgang von 14,6 Prozent hin. Der Rückgang beim Medianvermögen näherte sich 21 Prozent. Diese Situation hat dazu geführt, dass die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung noch deutlicher geworden ist.
Beim Gini-Koeffizienten, der die Einkommensungleichheit misst, belegte die Türkei unter 56 Ländern den neunten Platz. An der Spitze der Liste stehen Brasilien, Russland und Südafrika. Während der Anteil von Finanzanlagen am gesamten Bruttovermögen in der Türkei mit 30 Prozent auf einem niedrigen Niveau bleibt, dominieren nicht-finanzielle Vermögenswerte wie Immobilien. Die vergleichsweise niedrige Verschuldungsquote im Land trägt teilweise zum Erhalt des Vermögens bei.
Der reale Rückgang des Vermögenswachstums durch die Auswirkungen der Inflation verschärft die Ungerechtigkeit bei der Einkommensverteilung in der Türkei weiter, während gleichzeitig bedeutende Veränderungen in der Vermögensstruktur stattfinden. Experten weisen darauf hin, dass sich dieses Bild auch in den kommenden Jahren fortsetzen könnte.