Warnung aus der Branche: Dreistellige Preise für Benzin und Diesel könnten in der zweiten Jahreshälfte 2027 erreicht werden

Cemil Direkci, Vorstandsvorsitzender von Termopet, erklärte, dass aufgrund von Inflation, Wechselkursen und Erhöhungen der Sonderverbrauchssteuer (ÖTV) dreistellige Kraftstoffpreise möglich seien.

12punto

Während Unsicherheiten auf den Ölmärkten, Wechselkursschwankungen und steuerliche Anpassungen den Druck auf die Kraftstoffpreise erhöhen, kam eine bemerkenswerte Warnung aus der Branche für das Jahr 2027. Cemil Direkci, Vorstandsvorsitzender von Termopet, gab an, dass es wahrscheinlich sei, dass die Literpreise für Benzin und Diesel in der zweiten Jahreshälfte 2027 dreistellige Werte erreichen werden.

Während sich die Preiserhöhungen bei Kraftstoffen in den letzten Jahren beschleunigt haben, liegt der Literpreis für Benzin bereits über 70 TL und der für Diesel über 80 TL. In einer Bewertung gegenüber ANKA erklärte Direkci, dass Inflation, Wechselkursanstiege und ÖTV-Anpassungen die Hauptfaktoren seien, die die Kosten bestimmen, welche sich auf die Zapfsäulenpreise auswirken.

WARUM ÄNDERT SICH DER ZAPFSÄULENPREIS NICHT?

Direkci wies auf das angewandte „Eşel-Mobil“-System hin und erklärte, dass ein Teil der Preiserhöhungen durch die ÖTV aufgefangen werde, während Preissenkungen nicht direkt an die Zapfsäule weitergegeben würden. Laut dem am 3. Juli im Amtsblatt veröffentlichten Beschluss würden 25 Prozent der Preiserhöhungen durch die ÖTV gedeckt, während die restlichen 75 Prozent auf die Verkaufspreise an der Zapfsäule umgelegt würden; Senkungen hingegen würden mit der ÖTV verrechnet, so Direkci.

„25 Prozent der Preiserhöhungen werden durch die ÖTV gedeckt, die restlichen 75 Prozent werden auf die Verkaufspreise an der Zapfsäule umgelegt. Sollte eine Preissenkung anstehen, wird diese vollständig mit der ÖTV verrechnet. Die Verkaufspreise an der Zapfsäule ändern sich nicht.“

— Cemil Direkci

Laut Direkci ist in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen, dass sich Preissenkungen auf die Zapfsäulenpreise auswirken. Der Grund dafür sei, dass Senkungen weiterhin steuerlich verrechnet werden, bis bei Benzin und Diesel wieder die ÖTV-Niveaus von vor März erreicht sind.

Auf die Frage „Wird ein Liter Kraftstoff 100 TL kosten?“ antwortete Direkci mit „So gut wie sicher“. Er merkte an, dass für dieses Jahr eine Inflation von etwa 30 Prozent erwartet werde und für 2027 im besten Fall von 20 Prozent ausgegangen werden könne. Direkci äußerte, dass aufgrund der Wechselkursbewegungen und der ÖTV-Erhöhungen in der zweiten Jahreshälfte 2027 sowohl bei Benzin als auch bei Diesel dreistellige Preise zu sehen sein könnten.

Direkci berichtete zudem, dass in der Branche eine Verlangsamung des Dieselverbrauchs zu beobachten sei, und betonte, dass Diesel ein wichtiger Indikator für kommerzielle Aktivitäten sei. Der Rückgang beim Diesel, der intensiv in der Landwirtschaft und im Transportwesen genutzt wird, deute auf eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivitäten hin, so Direkci, wobei Desinflationspolitik und hohe Preise diesen Trend möglicherweise beschleunigt hätten.

Direkci stellte fest, dass sich auch das Verbraucherverhalten an den Tankstellen geändert habe; der früher häufig verwendete Ausdruck „für 50 TL tanken“ sei nun durch Käufe im Wert von „500 TL“ ersetzt worden. Was die Reaktionen auf die Preiserhöhungen betrifft, so argumentierte Direkci, dass sich die Bürger in kurzer Zeit an die neuen Niveaus anpassten.