Warnung der Europäischen Zentralbank zur Gesamtinflation

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, erklärte, dass die Gesamtinflation im Euroraum in den kommenden Monaten wieder leicht ansteigen könnte.

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Lagarde sprach bei der Sitzung zum „Monetären Dialog“ des Ausschusses für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments (EP) in Brüssel.

„Die Welt ist in eine Ära voller schnell wachsender Herausforderungen eingetreten“, sagte Lagarde und erläuterte, dass eine neue geopolitische Landschaft entstanden sei, die von Spannungen in der Weltwirtschaft befeuert werde.

Lagarde erklärte zudem, dass sich die Klimakrise beschleunigt fortsetze, was zu häufigen und beispiellosen Naturkatastrophen führe, und dass extreme Wetterereignisse die bestehenden Herausforderungen durch die Auslösung von Angebotsschocks, die sich auf die Weltwirtschaft auswirken, weiter verschärften.

Lagarde erinnerte daran, dass politische Entscheidungsträger aufgeschlossen sein müssten, und wies auf die Bedeutung eines stabilen Verhaltens der Zentralbanken hin.

Lagarde bewertete die Lage wie folgt: „Die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum hat sich in den letzten Quartalen abgeschwächt und dürfte auch für den Rest des Jahres schwach bleiben.“

Lagarde erinnerte daran, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum im dritten Quartal um 0,1 Prozent geschrumpft sei, und sagte, dies sei ein Spiegelbild der hohen Zinssätze, der schwachen Auslandsnachfrage und des nachlassenden Impulses der wirtschaftlichen Wiedereröffnung nach der COVID-19-Pandemie.

Lagarde wies darauf hin, dass der kurzfristige Ausblick schwach sei, und äußerte die Erwartung, dass sich die Wirtschaft in den kommenden Jahren wieder stärken werde, da die Inflation weiter sinke, sich die Haushaltseinkommen erholten und die Nachfrage nach Exporten aus dem Euroraum steige.

Lagarde merkte an, dass die Inflation im Euroraum im Oktober auf 2,9 Prozent gesunken sei, und sagte: „Dieser Rückgang spiegelte einen allgemeinen Rückgang der Inflation wider, aber auch Basiseffekte haben dazu beigetragen.“

STARKE LOHNDRUCKE

Lagarde wies darauf hin, dass der Lohndruck weiterhin stark sei und sie erwarte, dass die Löhne weiterhin der Hauptfaktor für die Binneninflation blieben, und bewertete die Lage wie folgt: „Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir zwar, dass die Gesamtinflation aufgrund von Basiseffekten in den kommenden Monaten wieder leicht ansteigen könnte, rechnen aber damit, dass der nachlassende Inflationsdruck anhält. Der mittelfristige Ausblick für die Inflation bleibt jedoch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.“

Lagarde betonte, dass sie entschlossen seien, die Inflation wieder auf ihr mittelfristiges Ziel von 2 Prozent zurückzuführen, und erklärte, dass die Beibehaltung der Zinssätze auf dem aktuellen Niveau für einen ausreichend langen Zeitraum einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung der Preisstabilität leisten werde.