Warnung wegen Lukoil-Raffinerie in Rumänien: Schließung könnte 460 Unternehmen und 8.000 Mitarbeiter betreffen
Die Gewerkschaft in Rumänien warnt, dass ein anhaltender Stillstand der Petrotel-Lukoil-Raffinerie das Kraftstoffangebot verknappen und lokale Unternehmen unter Druck setzen könnte.
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Die Unfähigkeit, die Petrotel-Raffinerie des russischen Energiekonzerns Lukoil in Rumänien wieder in Betrieb zu nehmen, hat eine neue Debatte über Beschäftigung und die lokale Wirtschaft ausgelöst. Bogdan Hossu, Vorsitzender des rumänischen Gewerkschaftsbundes Cartel Alfa, erklärte, dass ein dauerhafter Stillstand der Anlage etwa 460 lokale Unternehmen in die Insolvenz treiben könnte.
Gegenüber DCBusiness warnte Hossu, dass der Ausfall der Raffinerie zum Verlust von 8.000 Arbeitsplätzen führen und ein „ernstes soziales Problem“ verursachen könnte. Dem Gewerkschaftschef zufolge würde ein Produktionsstopp nicht nur die Mitarbeiter der Anlage, sondern auch Zulieferer und Branchen, die vom Transportnetzwerk abhängig sind, in Mitleidenschaft ziehen.
Die etwa 55 Kilometer von der Hauptstadt Bukarest entfernte Petrotel-Lukoil-Anlage in Ploieşti zählt mit einer Verarbeitungskapazität von 2,5 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr zu den bedeutenden Raffinerien Rumäniens. Die Anlage, die 1998 in den Besitz von Lukoil überging, liefert einen Teil des produzierten Kraftstoffs auch nach Moldau.
Hossu argumentierte, dass Deutschland und Bulgarien in ähnlichen Krisen schneller gehandelt hätten. Er wies darauf hin, dass Deutschland in kurzer Zeit einen Sonderverwalter eingesetzt habe, um den Abfluss von Einnahmen an die Russische Föderation zu verhindern und zu kontrollieren, und dass Bulgarien einen ähnlichen Prozess innerhalb eines Monats abgeschlossen habe, während die rumänischen Behörden seit 14 Monaten keinen Sonderverwalter ernennen konnten.
Der Gewerkschaftsvorsitzende betonte, dass die Schließung der Raffinerie das Kraftstoffangebot auf dem Binnenmarkt verknappen und Druck auf die Preise ausüben könnte. In diesem Szenario dürften die Landwirtschaft und das Transportwesen, die einen hohen Dieselverbrauch aufweisen, als erste betroffen sein.
INSOLVENZSCHUTZVERFAHREN LÄUFT
Wie Digi24 berichtet, hat ein rumänisches Gericht das Insolvenzschutzverfahren für das Unternehmen, das die Petrotel-Lukoil-Raffinerie betreibt, genehmigt. Im Rahmen des Verfahrens ist geplant, die vorläufige Liste der Forderungsanmeldungen bis zum 29. September zu erstellen und die endgültige Aufstellung bis zum 23. Oktober zu bestätigen. Die erste Sitzung des Gläubigerausschusses wird für den 3. Oktober erwartet.
Unternehmensvertreter teilten mit, dass das gerichtliche Aufsichtsverfahren nicht gleichbedeutend mit einer Insolvenz sei; Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, das Unternehmensvermögen und die Arbeitsplätze zu schützen, die Beziehungen zu Partnern auszugleichen und die Anlage auf die Wiederaufnahme der Produktion vorzubereiten.
Die Produktion in der Petrotel-Raffinerie wurde im Oktober 2025 wegen geplanter Wartungsarbeiten eingestellt und in der Zwischenzeit nicht wieder aufgenommen. Später wurde die Anlage zum Ziel von US-Sanktionen. Die Regierung in Bukarest beantragte im März bei den USA eine Genehmigung für den Wiederbetrieb der Raffinerie; obwohl die Behörden erklärten, dass die erforderlichen Ausnahmegenehmigungen erteilt wurden, ist die Produktion bisher nicht angelaufen.
Lukoil hatte aufgrund der Sanktionen beschlossen, seine internationalen Vermögenswerte zu veräußern, und im Januar eine Einigung mit der Carlyle Group bekannt gegeben. Fast alle Anteile an Petrotel-Lukoil werden von der in der Schweiz ansässigen Litasco S.A. gehalten, die Teil der internationalen Struktur von Lukoil ist.