Warum führte das Konfliktumfeld im Iran zu einem schnellen Rückgang bei Gold und Silber?
Während die Volatilität an den globalen Märkten aufgrund des Krieges im Iran anhält, haben die Gold- und Silberpreise im Vergleich zu den Rekordwerten des Vorjahres deutliche Einbußen verzeichnet. Warum wenden sich Anleger von diesen Metallen ab, die eigentlich als sicherer Hafen gelten?
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Der Krieg im Iran erhöht die geopolitischen Risiken und hält die Energiepreise sowie Inflationssorgen auf einem hohen Niveau. Dennoch wenden sich Anleger von traditionellen sicheren Häfen wie Gold und Silber ab und orientieren sich an Vermögenswerten, die höhere Renditen bieten und leichter liquidierbar sind. Nach dem historischen Höchststand von 5.602 Dollar Anfang 2026 fiel Gold innerhalb weniger Monate um fast 25 Prozent auf ein Niveau von 4.100 Dollar.
Im Laufe des Jahres 2025 hatten die steigende Reservenachfrage der Zentralbanken und die wirtschaftliche Unsicherheit Gold zu einer Rallye von über 60 Prozent geführt und historische Rekorde ermöglicht. Der starke Rückgang im Jahr 2026 wurde jedoch insbesondere durch die schnelle Auflösung gehebelter Positionen an den Terminmärkten und bei börsengehandelten Fonds (ETFs) beeinflusst. Aufgrund des Liquiditätsbedarfs am Markt und der Suche nach höheren Renditen haben Anleger Gold und Silber schrittweise abgestoßen.
ANLEGER UNTER DRUCK
Der Anstieg der Renditen für US-Staatsanleihen und die Stärkung des Dollars gehören zu den Hauptfaktoren, die die Attraktivität von Edelmetallen verringert haben. Die aufgrund der Spannungen im Iran gestiegenen Ölpreise und die wachsenden Inflationserwartungen haben zudem den Boden dafür bereitet, dass die Märkte begrenzte Zinssenkungen oder zusätzliche Straffungsmaßnahmen der US-Notenbank einpreisen. Da dies die Opportunitätskosten für das Halten von Gold erhöht, hat dies zusätzlichen Druck auf die Anleger ausgeübt.
Die Verkaufswelle, die durch die Hinwendung zur Liquidität und durch Nachschussforderungen (Margin Calls) beschleunigt wurde, hat den Rückgang bei Gold noch deutlicher gemacht und dazu geführt, dass die Korrektur am Markt zu den heftigsten der letzten Jahre zählt.
Bei Silber ist das Bild im Vergleich zu Gold noch dramatischer. Silber, das am 29. Januar mit 121 Dollar den höchsten Stand aller Zeiten erreichte, fiel durch die schnelle Korrektur im Laufe des Jahres auf 61 Dollar zurück. Silber, das derzeit bei etwa 70 Dollar gehandelt wird, hatte im Jahr 2025 insbesondere durch die Unterstützung der industriellen Nachfrage einen beeindruckenden Anstieg von 145 Prozent verzeichnet. Obwohl die Nachfrage aus den Bereichen Elektrofahrzeuge, Solarpaneele und Elektronik das Fundament von Silber stärkt, konnte es sich den makroökonomischen Risiken des Jahres 2026 nicht entziehen.
Experten weisen darauf hin, dass die Volatilität der Gold- und Silberpreise im aktuellen globalen Finanzumfeld noch eine Zeit lang hoch bleiben könnte, die industrielle Nachfrage jedoch mittel- bis langfristig, insbesondere für Silber, weiterhin unterstützend wirken wird.