Was geschah bei dem Treffen in London? Finanzministerium und TCMB nehmen Stellung zu Reuters-Bericht über Zinspolitik
Nachdem Reuters den Eindruck vermittelt hatte, dass bei den Treffen von Mehmet Şimşek und Fatih Karahan mit Investoren in London die Möglichkeit einer Zinserhöhung zur Sprache gekommen sei, gaben das Finanzministerium und die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) eine Stellungnahme ab.
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Das Finanzministerium erklärte, dass Minister Mehmet Şimşek bei seinen Kontakten im In- und Ausland aus Prinzip keine Bewertungen zur Zinspolitik abgebe.
REUTERS-BERICHT ZURÜCKGEWIESEN
In der vom Ministerium veröffentlichten Erklärung wurde auf den Reuters-Bericht zu den Londoner Kontakten reagiert. In der Erklärung hieß es:
"Unser Finanzminister, Herr Mehmet Şimşek, äußert sich in allen in- und ausländischen Treffen aus Prinzip niemals zur Zinspolitik. In diesem Rahmen binden die im Reuters-Bericht von Jonathan Spicer und Marc Jones als 'Eindruck' über das Londoner Programm wiedergegebenen Bewertungen zur Geldpolitik unser Ministerium und unseren Herrn Minister in keiner Weise."
AUCH ZENTRALBANK GIBT STELLUNGNAHME AB
Die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) teilte in ihrer Stellungnahme zu dem Thema mit, dass ihre Kommunikationspolitik nach den Grundsätzen der Transparenz, Konsistenz und gleichzeitigen Information geführt werde. In diesem Rahmen würden regelmäßig Treffen mit einer breiten Beteiligung von Marktteilnehmern im In- und Ausland durchgeführt.
In der Erklärung wurde mitgeteilt, dass die in der Öffentlichkeit kursierende Behauptung, bei den technischen Informationstreffen in London seien "zuvor nicht geteilte Informationen und Bewertungen an Investoren weitergegeben worden", nicht der Wahrheit entspreche.
“AUF ÖFFENTLICH ZUGÄNGLICHE DATEN BESCHRÄNKT”
Es wurde erklärt, dass bei den Treffen technische Fragen zum makroökonomischen Ausblick, zu den Finanzmärkten und zum Bankensystem beantwortet wurden, um ein korrektes Verständnis der geldpolitischen Maßnahmen zu gewährleisten.
In der Erklärung wurden folgende Aussagen verwendet:
"Alle in diesem Rahmen geteilten Informationen beschränken sich auf die bereits öffentlich zugänglichen geldpolitischen Texte und veröffentlichten makroökonomischen Daten. Es findet kein Austausch von Informationen oder politischen Bewertungen statt, die nicht öffentlich zugänglich sind. Bitte schenken Sie Kommentaren, Eindrücken und Erklärungen, die außerhalb der offiziellen Kommunikationskanäle der TCMB liegen, keinen Glauben."
WAS WAR PASSIERT?
Mehmet Şimşek und der TCMB-Präsident Fatih Karahan hatten sich in London mit Investoren getroffen. Den Teilnehmern zufolge gab es bei den Gesprächen keine klare Richtungsweisung zur Zinspolitik.
Laut dem Reuters-Bericht sagte ein namentlich nicht genannter Investor, er habe den Eindruck gewonnen, dass das "Basisszenario" der TCMB eine Zinserhöhung sein könnte, sofern es bis zum 22. April zu keiner deutlichen Entspannung der Konflikte im Iran komme. Derselbe Teilnehmer äußerte, dass dieser Schritt bei einer möglichen Eskalation früher erfolgen könnte.
Ein weiterer Investor bewertete die Situation wie folgt: "Sie haben eine Zinserhöhung nicht völlig ausgeschlossen, wirkten aber auch nicht besonders hastig, irgendeinen Schritt zu unternehmen. Eine Schwächung der Lira werden sie jedoch nicht zulassen."
Ein dritter Teilnehmer berichtete, die Beamten hätten auf die bestehenden Maßnahmen hingewiesen und erklärt, dass die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen begrenzter bleiben könnten als erwartet.