Welchen Platz belegt die Türkei beim Mindestlohn weltweit? Nur 5 Länder überholt!
Während die Unterschiede beim Mindestlohn in Europa auffallen, liegt die Türkei mit 654 Euro auf den hinteren Rängen. Hier ist die Position der Türkei im weltweiten Vergleich...
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Die Mindestlöhne in Europa weisen weiterhin große Unterschiede zwischen den Ländern auf. Zum Jahresbeginn 2026 wurde der höchste Bruttomindestlohn innerhalb der Europäischen Union in Luxemburg mit 2.704 Euro festgelegt, während der niedrigste Wert in Bulgarien bei 620 Euro liegt. Diese große Diskrepanz verdeutlicht die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Ländern. Wenn die Mindestlohnunterschiede jedoch anhand der Kaufkraftparität bewertet werden, ist eine deutliche Verringerung der Kluft zu beobachten. Die Situation der Türkei stellt sich jedoch als komplexeres Bild dar.
LÄNDER MIT HOHEN UND NIEDRIGEN MINDESTLÖHNEN IN EUROPA
In der Europäischen Union gibt es fünf Länder, in denen der Mindestlohn über 2.000 Euro liegt. Diese Länder sind Luxemburg (2.704 Euro), Irland (2.391 Euro), Deutschland (2.343 Euro), die Niederlande (2.295 Euro) und Belgien (2.112 Euro). Frankreich liegt mit 1.823 Euro in diesem Ranking, während dieser Wert in Spanien auf 1.381 Euro sinkt. Darüber hinaus bleiben die osteuropäischen Länder beim Mindestlohn hinter den westeuropäischen Ländern zurück. Zu den Ländern mit den niedrigsten Mindestlöhnen zählen die Ukraine (173 Euro) und Moldau (319 Euro), während die Mindestlöhne in anderen Ländern außerhalb der Europäischen Union auf einem sehr niedrigen Niveau liegen.
LÄNDER IN DER MITTLEREN GRUPPE
Laut Eurostat-Daten befinden sich Länder, in denen der Mindestlohn zwischen 1.000 und 1.500 Euro liegt, im mittleren Segment. Zu dieser Gruppe gehören Länder wie Spanien, Slowenien, Litauen, Polen, Zypern, Portugal, Kroatien und Griechenland. Es zeigt sich, dass in der Hälfte Europas der Mindestlohn unter 1.000 Euro bleibt. In 15 der 29 Länder, zu denen neben den EU-Mitgliedern auch Beitrittskandidaten gehören, liegt der Mindestlohn unter diesem Niveau.
EIN ANDERES BILD NACH KAUFKRAFT
Zum Stand 2026 liegt der Bruttomindestlohn in der Türkei bei 654 Euro. Dieser Wert lässt die Türkei im Vergleich zu europäischen Ländern auf den hinteren Plätzen. Die Türkei überholt zwar Bulgarien, bleibt jedoch hinter osteuropäischen Ländern wie Rumänien, Ungarn und Tschechien zurück. Bei der Berechnung nach Kaufkraftparität stellt sich die Situation der Türkei jedoch etwas anders dar. Da die Lebenshaltungskosten in der Türkei auf Euro-Basis niedriger sind, erhöht sich die reale Kaufkraft des dortigen Mindestlohns. Dies hebt die Türkei im Euro-basierten Ranking um einige Plätze nach oben. Dennoch liegt die Türkei deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.
BEI WEM HAT SICH DER LOHN NICHT GEÄNDERT?
Zwischen Juli 2025 und Januar 2026 blieb der Mindestlohn in Ländern wie Belgien, Estland, Griechenland, Spanien, Luxemburg und Slowenien unverändert. Für Arbeitnehmer in diesen Ländern gab es zum Jahresbeginn 2026 keine Erhöhung. Auf der anderen Seite verzeichneten Länder wie Bulgarien, Ungarn, Litauen und die Slowakei mit Steigerungen von über 11 Prozent die größten Lohnerhöhungen.
Experten des Europäischen Gewerkschaftsinstituts (ETUI) weisen darauf hin, dass die Produktivität die Grundlage für Mindestlohnerhöhungen bildet. Es fällt auf, dass in Volkswirtschaften mit starken Industrie- und Finanzsektoren die Produktivität hoch ist und auch die Hightech-Sektoren die Mindestlohnerhöhungen stützen. Zudem erweist sich die kollektive Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer als entscheidender Faktor für das Lohnniveau.
KEIN MINDESTLOHN IN ITALIEN UND ÖSTERREICH
In einigen europäischen Ländern, wie etwa Italien und Österreich, gibt es keine gesetzliche Mindestlohnregelung. In diesen Ländern werden die Löhne durch Tarifverträge und branchenspezifische Vereinbarungen festgelegt. Auch Länder wie Schweden, Dänemark und Finnland gehören zu den Staaten ohne Mindestlohn.