Wohnimmobilien verlieren ihren Status als Anlageobjekt

Bis vor wenigen Jahren wurden die Mietsteigerungsraten auf Basis der Verbraucherpreisindex-Daten berechnet, doch nach einer staatlichen Maßnahme wurde der Anstieg auf 25 Prozent begrenzt. Bei erneuerten Mietverträgen darf die Miete nicht über diesen Satz hinaus erhöht werden. Viele Vermieter sehen den Verkauf ihrer Immobilien als einzige Lösung.

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Die Immobilienexpertin Gülcan Altınay erklärte: „Da Vermieter die gewünschten Mieterhöhungen nicht durchsetzen können, haben sie ihre Wohnungen zum Verkauf angeboten. Da die Nachfrage fehlt, bleiben auch die Wertsteigerungsraten und die Renditen der Wohnungen auf einem niedrigen Niveau.“

WOHNIMMOBILIEN VERLIEREN IHREN STATUS ALS ANLAGEOBJEKT

Altınay betonte, dass Wohnimmobilien ihre Funktion als Anlageobjekt verlieren und Investoren sich nun verstärkt dem Erwerb von Gewerbeflächen zuwenden: „Insbesondere in der Region Thrakien orientieren sich Investoren nicht mehr am Wohnungsmarkt, sondern am Gewerbesektor. Sie kaufen Fabriken oder Industriehallen mit kleineren Quadratmeterzahlen und tätigen ihre Investitionen auf diese Weise. Um ein Beispiel zu nennen: Sie erwerben eine 300 Quadratmeter große Industriehalle zu einem Preis von 900 bis 1.000 Dollar pro Quadratmeter, also für etwa 270.000 Dollar. In türkischer Lira entspricht dies rund 7,5 Millionen TL. Wenn man diese 300 Quadratmeter große Gewerbefläche vermieten möchte, liegt die Miete bei etwa 1.500 Dollar, was rund 50.000 TL entspricht. Damit amortisiert sich die Investition in 150 Monaten.“

„INVESTOREN WENDEN SICH INDUSTRIEIMMOBILIEN ZU“

Die Immobilienexpertin Gülcan Altınay wies darauf hin, dass die Mietsteigerungsrate für Gewerbeimmobilien im Oktober bei 55 Prozent lag: „Da der Satz bei Wohnungen bei 25 Prozent gedeckelt ist, tätigen Investoren ihre Anlagen nun in Gewerbeobjekte, Industriehallen oder andere für ihr Budget geeignete Immobilien. Ein Beispiel: Anstatt eine Wohnung für 7 bis 8 Millionen Lira zu kaufen, entscheiden sie sich für eine Industriehalle. Wer über ein größeres Budget verfügt, bevorzugt größere Flächen oder kauft zwei Einheiten nebeneinander, um sie an größere Industriebetriebe oder Fabriken zu vermieten.“ Die Mietsteigerungsrate für Gewerbeimmobilien im November wurde nach Bekanntgabe der Inflationsdaten für Oktober auf 54,26 Prozent festgelegt.