Zuletzt brachte er Anlegern keine Gewinne: Hält der Abwärtstrend beim Dollar an? 'Dies ist der von den USA gewählte Weg'
Während der Dollar nach den Zöllen von US-Präsident Donald Trump an Wert verliert, stellt sich die Frage, ob dieser Prozess zu einer weiteren Abwertung führen wird. Experten zufolge wird der Dollar zwar seinen Status als Reservewährung beibehalten, doch der Wertverlust könnte anhalten. Hier sind die Details...
12punto
Die von US-Präsident Donald Trump Anfang April angekündigten „Tag der Befreiung“-Zölle haben zu Schwankungen an den globalen Märkten geführt, wobei der US-Dollar von diesem Prozess negativ beeinflusst wurde. Der Dollar, der sich nach den besagten Ankündigungen nur schwer erholen konnte, befindet sich laut Einschätzungen von Analysten weiterhin in einer Phase der Abwertung.
Der ICE US Dollar Index (DXY) hat seit dem 2. April etwa 4 Prozent an Wert verloren. Während der S&P 500-Index im gleichen Zeitraum Anzeichen einer Erholung zeigte, konnte der Dollar diese Performance nicht erreichen.
WIRTSCHAFTLICHE UNSICHERHEITEN SORGEN FÜR BESORGNIS
In einer aktuellen Marktnotiz von BofA Global Research wurde auf den Wertverlust des Dollars hingewiesen. Experten erklärten, dass Zollunsicherheiten, Rezessionsrisiken und eine unhaltbare Finanzpolitik Druck auf die Märkte ausüben. Es wurde betont, dass diese Faktoren in den Sommermonaten zu einer „besorgniserregenden“ Phase führen könnten.
Der Bericht enthielt zudem Erwartungen, dass der überbewertete Dollar gegenüber anderen Hauptwährungen weiter schwächeln werde. Die Strategen der BofA erklärten, dass auch das 90-tägige vorläufige Abkommen zwischen den USA und China dem Dollar nur eine kurzfristige Entlastung gebracht habe.
KEINE GROSSEN ÄNDERUNGEN BEIM STATUS ALS RESERVEWÄHRUNG
Die Eigenschaft des Dollars als globale Reservewährung ist vorerst nicht gefährdet. Laut dem Ökonomen Dario Perkins von TS Lombard dauern Status als Reservewährung historisch gesehen etwa ein Jahrhundert an, und der Dollar behält diese Position weiterhin bei.
Dieser Status des Dollars begann offiziell mit dem Bretton-Woods-Abkommen von 1944. Im Rahmen dieses Systems koppelten die Länder ihre Währungen an den Dollar, und der Dollar war an Gold gebunden. Obwohl Präsident Richard Nixon 1971 die Bindung des Dollars an Gold aufhob, behielt der Dollar sein Gewicht im globalen Finanzsystem bei.
Perkins zufolge betrachtet die Trump-Regierung den Status des Dollars als Reservewährung eher als Nachteil denn als Vorteil. Dieser Ansicht nach belastet ein überbewerteter Dollar den US-Fertigungssektor und erhöht das Außenhandelsdefizit. Perkins weist jedoch darauf hin, dass diese Denkweise die Struktur des Systems nicht vollständig erfasst.
Ihm zufolge ist die Behauptung, die USA seien dazu „gezwungen“, ein Außenhandelsdefizit zu verzeichnen, unbegründet, und eine Abwertung des Dollars muss nicht bedeuten, dass er seine globale Dominanz verliert. Im Gegenteil, dies könnte das Ergebnis der eigenen Entscheidungen der USA sein.
DOLLAR FÄLLT, ABER RESERVESTATUS KÖNNTE BESTEHEN BLEIBEN
Perkins erklärt, man müsse sich des sich entwickelnden Prozesses bewusst sein, und sagt: „Während die USA sich wirtschaftlich ins eigene Fleisch schneiden, beginnt die Welt, ihre Alternativen zu schaffen.“ Als Ergebnis dieser Politik könnte ein schwächerer Dollar erreicht werden, wie es das Weiße Haus wünscht. Diese Abschwächung bedeutet jedoch nicht, dass der Dollar seinen Status als Reservewährung sofort verlieren wird.
Perkins sagte gegenüber Anlegern: „Die wirtschaftliche Überlegenheit der USA ist nicht mehr wie früher. Der Wert des Dollars könnte weiter fallen. Dies ist ein Weg, den die USA selbst gewählt haben.“