3-Million-Dollar-Roboter für den Einsatz im Weltraum und bei Katastrophen entwickelt

Der von Anime-Charakteren inspirierte Roboter „ARCHAX“ soll bei Such- und Rettungseinsätzen, Hilfsarbeiten bei Katastrophen sowie in der Weltraumforschung eingesetzt werden.

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Der japanische Ingenieur und Unternehmer Ryo Yoshida hat den 4,5 Meter hohen und 3,5 Tonnen schweren Roboter „ARCHAX“ entwickelt, der von Anime-Charakteren inspiriert wurde. Ziel ist es, den Roboter bei Such- und Rettungseinsätzen, bei Hilfsarbeiten nach Katastrophen sowie in der Weltraumforschung einzusetzen.

Auf der „Mobility Show“ (JMS) auf dem „Big Sight“-Gelände in der Hauptstadt Tokio stehen die neuesten Elektrofahrzeuge, fliegende Autos und futuristische Roboter im Mittelpunkt.

Für die JMS, die rund 500 Automobilhersteller und zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsteams aus der ganzen Welt zusammenbringt, wurde ein Ziel von 1 Million Besuchern gesetzt. Die Messe kann noch bis zum 5. November besucht werden. Akio Toyoda, Vorsitzender des japanischen Automobilherstellerverbandes und Präsident von Toyota Motor, sagte zur Messe: „Wir möchten der Welt eine Botschaft über die Zukunft senden.“

Einer der auffälligsten futuristischen Roboter auf der Messe ist „ARCHAX“. Der 4,5 Meter hohe, 3,5 Tonnen schwere und auf vier Rädern fahrende Roboter wurde von der Anime-Figur „Gundam“ (einer japanischen Comic-Form, die für Fernsehen und Kino adaptiert wurde) inspiriert.

ZWEI VERSCHIEDENE MODI: ROBOTER UND FAHRZEUG

Dank der Monitore im Cockpit, auf die die Bilder der außen angebrachten Kameras übertragen werden, kann der Pilot den ARCHAX mithilfe von Pedalen und Steuerknüppeln bewegen und manövrieren.

Je nach Wunsch des Piloten kann der ARCHAX vom aufrechten Robotermodus auf vier Rädern in den Fahrzeugmodus wechseln, bei dem das Cockpit um 17 Grad geneigt werden kann, was eine flüssigere Fortbewegung ermöglicht.

Um den mit einem Stahl- und Eisenrahmen ausgestatteten ARCHAX zu bedienen, klettert der Pilot über eine kleine Leiter im Bauchbereich des Roboters in die Cockpit-Kabine in der Brust des Roboters.

Dank eines Systems mit neun Kameras, die mit vier Bildschirmen in der Kabine verbunden sind, kann der Pilot Informationen wie Batteriestand, Geschwindigkeit, Neigungswinkel und Standort überwachen, während er gleichzeitig die Außenwelt durch die Bildschirme vor sich sieht.

Der ARCHAX, der über zwei Modi („Roboter“ und „Fahrzeug“) verfügt und eine Geschwindigkeit von etwa 10 Kilometern pro Stunde erreichen kann, wurde nach seiner kurzen Vorstellung auf der JMS präsentiert.

Yoshida, der angab, sich bei dem „ARCHAX“-Projekt von japanischen Anime-Charakteren beeinflussen lassen zu haben, erklärte, er habe das Ziel verfolgt, ein einziges Produkt zu entwerfen, das für verschiedene Bereiche geeignet ist – einschließlich Katastrophengebieten und Abrissbaustellen –, anstatt Roboter für jeweils spezifische Einsatzgebiete zu entwickeln.

„Ich wollte etwas Neues schaffen“, sagte Yoshida. Er betonte, er habe einen „sehr nützlichen Roboter“ angestrebt, der die japanische Meisterschaft im Roboterbau, bekannt als „Monodzukuri“, unter Beweis stellt und „an Orte gelangen kann, die sonst unzugänglich sind“. Er fügte hinzu:

„Ich wollte einen Roboter bauen, bei dem man zum Beispiel einsteigt und wenn er Schutt anhebt, fühlt es sich so an, als würde man ihn selbst halten; ein Roboter, der dem Piloten Kälte oder Wärme vermitteln kann. Ich habe ein Produkt angestrebt, das einem beim Einsteigen (in das Cockpit) das Gefühl gibt, als wäre man nicht in einen Roboter gestiegen, sondern als wäre man selbst einfach größer geworden.“

Yoshida merkte an, dass die Produktionszahl des ARCHAX vorerst auf fünf Einheiten begrenzt sei. Man wolle ein Produkt schaffen, das die Stärken Japans in den Bereichen Gaming, Robotik und Automobilbau vereint und bei dem man sagen könne: „Das ist Japan“. Yoshida äußerte die Hoffnung, dass der Roboter eines Tages bei Katastrophenhilfseinsätzen oder in der Weltraumindustrie eingesetzt werden kann.

Akinori Ishii, Chief Technology Officer (CTO) von Tsubame, sagte, dass sie vor etwa 4 Jahren mit der Planung des ARCHAX-Projekts begonnen hätten, die Umsetzung vor 2,5 Jahren startete und der Prototyp im Sommer 2023 fertiggestellt wurde.

Ishii erklärte, dass sie den ARCHAX-Prototyp am Rande der JMS der in- und ausländischen Öffentlichkeit vorgestellt hätten und gab den Preis des Roboters mit 3 Millionen Dollar an.