ChatGPT-Werbung kommt nach Europa: Nutzer der kostenlosen Version und des Go-Tarifs sehen Anzeigen im Chat
OpenAI weitet ChatGPT Ads ab dem 24. August auf 31 Länder in Europa aus. Die Werbung wird in den Tarifen Free und Go geschaltet.
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OpenAI bringt die in ChatGPT geschaltete Werbung auf den europäischen Markt. Das vor Kurzem gestartete Programm „ChatGPT Ads“ wird ab dem 24. August auf 31 Länder in Europa ausgeweitet. Damit steigt die Zahl der Märkte, in denen das Programm aktiv ist, auf 40.
Mit der neuen Maßnahme dürften europaweit Millionen von Nutzern während ihrer Unterhaltungen mit dem Chatbot auf Werbung stoßen. Die Anzeigen werden ausschließlich in den Tarifen Free und Go von ChatGPT geschaltet. In den Abonnements Plus, Pro und für Unternehmen wird es keine Werbung geben.
OpenAI hatte das Werbemodell im Februar in den USA getestet und anschließend auf Märkte wie Kanada, Australien, Neuseeland, das Vereinigte Königreich, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea ausgeweitet. Das Unternehmen beschreibt die Expansion in Europa als einen neuen Kanal für Vermarkter, um Nutzer in ihren Prozessen der „Recherche, des Vergleichs und der Entscheidungsfindung“ zu erreichen.
DISKUSSION ÜBER NUTZERVERTRAUEN UND REGULIERUNG
OpenAI betont, dass Unterhaltungen nicht an Werbetreibende weitergegeben und Kundendaten nicht verkauft werden, um das Vertrauen der Nutzer nicht zu gefährden. Das Unternehmen erklärt zudem, dass Werbung innerhalb von ChatGPT klar gekennzeichnet, von den Systemantworten getrennt gehalten wird und die Werbepraxis keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT haben soll.
Dennoch sorgt die Schaltung von Werbung in Chatbots für Diskussionen, insbesondere aufgrund personalisierter Inhalte und der Vertrauensbeziehung zu den Nutzern. In den USA hatten einige Nutzer bereits negativ darauf reagiert, dass auch im kostenpflichtigen Go-Tarif Werbung geschaltet wird. Es heißt, dass Nutzer eine gewisse Kontrolle über die Personalisierung der Werbung haben werden und wer gar keine Werbung sehen möchte, auf teurere werbefreie Tarife umsteigen könne.
Das Thema wird in Europa nicht nur als kommerzielle Neuerung, sondern auch unter regulatorischen Gesichtspunkten beobachtet. Das EU-Gesetz über Künstliche Intelligenz (AI Act) verbietet KI-Systeme, die unterschwellige oder manipulative Techniken einsetzen und die Schwachstellen von Menschen ausnutzen, um ernsthaften Schaden anzurichten. Forscher und Verbraucherschutzorganisationen weisen jedoch darauf hin, dass noch unklar sei, wie diese Bestimmungen auf chatbasierte KI-Werbung angewendet werden sollen.
Ein weiteres Thema für ChatGPT ist die Prüfung im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act). Die Europäische Kommission untersucht, ob die Suchfunktion von ChatGPT unter den Status einer „sehr großen Online-Suchmaschine“ fällt, der für Dienste vorgesehen ist, die in der EU die Schwelle von 45 Millionen monatlichen Nutzern überschreiten. Eine solche Einstufung könnte zusätzliche Verpflichtungen nach sich ziehen, wie etwa Risikobewertungen, unabhängige Audits, ein öffentliches Werbearchiv und einen umfassenderen Datenaustausch mit Regulierungsbehörden.