Das Geheimnis der Signale aus den Sternen: Außerirdische Botschaften verschwinden in Sternenplasmen

Aktuelle Forschungen haben ergeben, dass mögliche außerirdische Signale, die aus dem Weltraum die Erde erreichen, im interstellaren Medium ihre Form verändern und für unsere Teleskope unerkennbar werden. Experten weisen darauf hin, dass dieses „kosmische Versteckspiel“ einer der Hauptgründe für das Fermi-Paradoxon sein könnte.

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Die Suche der Menschheit nach der Antwort auf die Frage, ob wir im Universum allein sind, hat durch ein neues wissenschaftliches Verständnis eine völlig neue Dimension erhalten. Das Fermi-Paradoxon, das in den 1950er Jahren durch Enrico Fermis Frage „Wo sind sie alle?“ aufkam und bis heute unbeantwortet blieb, bewahrte das Geheimnis, warum keine Spuren intelligenten Lebens im Universum gefunden werden konnten. Doch jüngste computergestützte Modellierungen lieferten einen wichtigen Hinweis darauf, warum die Spurensuche im Kosmos so schwierig ist.

In einer aktuellen Studie eines Forschungsteams des SETI-Instituts wurde festgestellt, dass Funksignale, die vermutlich von außerirdischen Zivilisationen ausgesendet werden, in der dichten Plasmaumgebung um Sterne erheblich verzerrt werden. Diese Erkenntnis liefert eine Erklärung dafür, warum bisher keine eindeutigen „künstlichen“ Funksignale entdeckt werden konnten.

WELTRAUMWETTER LÄSST SIGNALE VERSTUMMEN

In der Radioastronomie gelten „Schmalband“-Emissionen als eines der effektivsten Mittel, um Botschaften außerirdischer Zivilisationen aufzuspüren. Dass sich solche Signale auf einen Frequenzbereich von nur wenigen Hertz konzentrieren und zu spezifisch sind, um natürlichen Ursprungs zu sein, deutet darauf hin, dass sie das Produkt einer intelligenten Technologie sind. Wie der Astronom Evan Keane vom Trinity College Dublin sagt: „Im Universum entstehen solch klare Energieimpulse nicht auf natürlichem Wege.“ Neue Modellierungen haben jedoch gezeigt, dass sich diese Signale während ihrer Reise durch den Weltraum unter dem Einfluss von Sternenplasmwolken, geladenen Teilchen und koronalen Auswürfen geradezu „verschmieren“. Diese gestreuten und verformten Signale verlieren an Stärke und werden für Empfänger auf der Erde nahezu unerkennbar.

DURCH DATEN ECHTER RAUMFAHRZEUGE BESTÄTIGT

Die gewonnenen Erkenntnisse stützen sich nicht nur auf fiktive Simulationen. Die Forscher untersuchten die Datenübertragung der Mariner IV, die in den 1960er Jahren den Mars erreichte, sowie der Viking-Sonden, die 1977 unser Sonnensystem verließen. Der Nachweis, wie sich die Signale von Raumfahrzeugen beim Durchqueren von interstellarem Plasma verformen, verlieh auch den Modellen für andere Sternensysteme in der Galaxie an Genauigkeit.

Analysen von Roten Zwergsternen ergaben, dass die aggressiven „Weltraumwetterbedingungen“, die in der Umgebung solcher Sterne herrschen, die eigentliche Ursache sein könnten. Bei M-Zwergsternen, die seit Anbeginn des Universums existieren und die Mehrheit der Sterne in unserer Galaxie ausmachen, werden technologische Signale von Exoplaneten so stark verzerrt, dass sie nahezu völlig unkenntlich werden.

NEUE ALGORITHMEN FÜR TELESKOPE DER NÄCHSTEN GENERATION

Michael Garrett, Professor für Astrophysik an der Universität Manchester, betonte die Bedeutung der Arbeit für die Astrophysik: „Jahrzehntelange Beobachtungsdaten und Simulationen zeigen, dass wir unsere Algorithmen zur Signalverarbeitung grundlegend erneuern müssen.“ Die vom Forschungsteam entwickelte neue mathematische Methode kann sowohl die Frequenzen der Signale als auch deren Streuung in Abhängigkeit von der Plasmadichte in der Umlaufbahn der Sterne vorhersagen.

Andrew Siemion, Direktor des Breakthrough Listen Oxford Hub, teilte die Ansicht: „Dieser Artikel bietet einen neuen Weg, um mit medizinischer Präzision zu bewerten, ob ein schwaches Signal von Exoplaneten von außerirdischen Zivilisationen stammt.“

Es wird erwartet, dass dieser neue Rahmen, wenn er zusammen mit riesigen Radioteleskop-Arrays wie dem SKA-Low (Square Kilometre Array), das derzeit in Südafrika und Australien errichtet wird, angewendet wird, unsere Chancen erhöht, die kosmische Stille zu durchbrechen. Experten hegen die Hoffnung, dass Botschaften von außerirdischen Zivilisationen bald mithilfe dieser neuen Signalverarbeitungstechniken enthüllt werden könnten.