Das wohl interessanteste Lebewesen der Welt: Die wandernden Banyan-Bäume

In den Wäldern der indischen Halbinsel wird von einer außergewöhnlichen Erscheinung berichtet: Bäume, die „wandern“.

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In den Wäldern der indischen Halbinsel wird von einer außergewöhnlichen Erscheinung berichtet: Bäume, die „wandern“. Die Banyan-Bäume, die insbesondere im Hinduismus als heilig gelten, vergrößern ihre Fläche durch die Ausbreitung ihrer Wurzeln, die aus ihren eigenen Ästen wachsen. Diese äußerst flexiblen Wurzeln können „kriechen“, um sich für eine optimale Sonneneinstrahlung und Nährstoffaufnahme neu zu positionieren, was den Anschein erweckt, als würden sie laufen.

SIE GELTEN ALS DIE GRÖSSTEN BÄUME DER WELT

Wie Chip berichtet, gelten diese Bäume dank dieser Fähigkeit als die größten Bäume der Welt, gemessen an der Fläche, die sie als Individuen einnehmen können. Wenn man einen Banyan-Baum (Ficus benghalensis) betrachtet, könnte man meinen, einen ganzen Wald vor sich zu haben. Doch was man sieht, ist (wahrscheinlich) nur ein einziger riesiger Organismus. Tatsächlich umfasst das größte bekannte Exemplar, der „Große Banyan-Baum“, eine Fläche von 1.347 Quadratmetern. Dieses gigantische Exemplar befindet sich im Acharya Jagadish Chandra Bose Botanischen Garten in Kalkutta.

Die auch als „Würgefeigen“ bekannten Banyan-Bäume wachsen aus Samen, die auf anderen Bäumen landen, und lassen dann Wurzeln nach unten wachsen, die den Wirtsbaum förmlich erwürgen. Nachdem der Wirtsbaum abgestorben ist, beginnt der Banyan-Baum, seine charakteristischen Wurzeln auszubreiten, die wie Äste aussehen und den anderen Bäumen ähneln.

Während sich Tiere sehr schnell bewegen, ist das Wandern dieser Bäume langsam. Sie bewegen sich auf dem Waldboden mit einer Geschwindigkeit, die für Menschen kaum wahrnehmbar ist, reagieren dabei auf ihre Umgebung und passen sich dem Ökosystem an. Diese Bäume können ein Alter zwischen 250 und 500 Jahren erreichen.

Über ihre beeindruckenden biologischen Wanderaktivitäten hinaus ist der Baum auch symbolisch von großer Bedeutung. In Indien wird dieser Baum auch „Vata-vriksha“ genannt und mit Yama, dem Gott des Todes, in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund wird der Baum in einigen Dörfern in der Nähe von Krematorien gepflanzt.

Dem Hinduismus zufolge hielt Krishna seine heilige Predigt der Bhagavad Gita, während er unter einem Banyan-Baum stand. Der hinduistische kosmische „Weltenbaum“ wird ebenfalls als ein auf dem Kopf stehender Banyan-Baum dargestellt, dessen Wurzeln im Himmel liegen und sich zur Erde hin erstrecken.