Der Vorläufer der Smartphones wird 30: Wie entstand das Nokia 9000 Communicator?

Das 1996 auf den Markt gebrachte Nokia 9000 Communicator war eines der ersten Beispiele dafür, E-Mail, Fax, Internet und Büroanwendungen auf ein Mobiltelefon zu bringen.

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Das Nokia 9000 Communicator, das heute als einer der Vorläufer der leistungsstarken Geräte gilt, die wir in der Tasche tragen, hat sein 30-jähriges Jubiläum hinter sich. Das Gerät, das der finnische Hersteller Nokia 1996 auf den Markt brachte, ging als eines der bemerkenswertesten Modelle in die Geschichte ein, das Telefonie mit E-Mail- und Bürofunktionen verband, noch bevor der Begriff „Smartphone“ in den alltäglichen Sprachgebrauch der Technologie Einzug hielt.

Das Communicator wurde im März 1996 auf der CeBIT-Technologiemesse im deutschen Hannover vorgestellt. Fünf Monate später, am 15. August, kam das Gerät in den Handel und zeichnete sich als ein Produkt aus, das die Grenzen der mobilen Kommunikation 11 Jahre vor der Einführung des ersten iPhones durch Apple erweiterte.

DIE IDEE VOM BÜRO IN DER TASCHE

Das Nokia 9000 Communicator wurde speziell für Geschäftsleute und Führungskräfte konzipiert. Das etwa 4 Zentimeter dicke Gerät wog fast 400 Gramm; in dieser Hinsicht lag es deutlich über den heutigen Smartphones. Auch der Preis konkurrierte mit den Personal Computern der Mittelklasse jener Zeit: Er lag bei etwa 10.000 Finnischen Mark, was einem heutigen Wert von rund 2.200 Euro entspricht.

Das Nokia 9000 Communicator bot mit seinem faltbaren Design eine Tastatur und einen großen Monochrom-Bildschirm.

Nokia positionierte das Gerät mit dem Konzept des „Büros in der Gesäßtasche“. Das Communicator konnte Faxe und E-Mails versenden, sich über ein integriertes Modem mit dem Internet verbinden und grundlegende Büroanwendungen wie einen digitalen Terminkalender, Tabellenkalkulationen und Textverarbeitung ausführen. Wenn das faltbare Design geöffnet wurde, verwandelte sich das Telefon in einen Mini-Computer mit vollständiger Tastatur und einem 4,5-Zoll-Monochrom-Bildschirm.

Das Gerät verfügte zudem über spezielle Tasten für den schnellen Zugriff auf die Hauptanwendungen. In den später unter der 9000er-Serie entwickelten Modellen kamen Neuerungen wie Farbdisplays, ein leichteres Design, höhere Rechenleistung und die ersten Versionen des Betriebssystems Symbian hinzu.

NOKIAS AUFSTIEG UND DER WANDEL DES MARKTES

Aufgrund seines hohen Preises war das Nokia 9000 Communicator kein Modell, das die breite Masse erreichte. Dennoch trug das Gerät maßgeblich dazu bei, dass Nokia in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre als einer der innovativsten Mobiltelefonhersteller wahrgenommen wurde. Während das Unternehmen einerseits auffällige Modelle im Premiumsegment produzierte, stärkte es andererseits seine Position auf dem Weltmarkt mit Telefonen für unterschiedliche Budgets.

Zwei Jahre nach der Markteinführung des Communicator, im Jahr 1998, überholte Nokia Motorola und wurde zum weltweit größten Mobiltelefonhersteller. Diese Führungsposition hielt an, bis sie 2012 von Samsung abgelöst wurde. Im Jahr 2007, das als das Spitzenjahr von Nokia gilt, wurden weltweit erstmals mehr als 1 Milliarde Mobiltelefone verkauft, und 40 Prozent dieser Geräte trugen die Marke Nokia.

Die Vorstellung des ersten iPhones durch Apple im selben Jahr veränderte jedoch die Richtung der Branche. Mit Touchscreen, App-Ökosystem und einem neuen Verständnis für die Benutzererfahrung trat der Smartphone-Markt in eine völlig neue Ära ein. Dennoch behält das Nokia 9000 Communicator seinen besonderen Platz in der Technologiegeschichte als eines der frühen und einflussreichen Beispiele, die das Mobiltelefon über seine Rolle als reines Kommunikationsmittel hinausführten.