Die Welt der Wissenschaft traf sich in Istanbul

Der von der Biotechnologie-Gesellschaft der Yeditepe-Universität ausgerichtete Kongress für Genetik und Bioingenieurwesen stieß in der internationalen akademischen Gemeinschaft auf großes Interesse.

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Der Kongress für Genetik und Bioingenieurwesen, der von der Biotechnologie-Gesellschaft der Yeditepe-Universität ausgerichtet wurde, brachte Wissenschaftler von weltweit führenden Universitäten in Istanbul zusammen. Forscher von Universitäten wie Oxford, Cambridge, Princeton, Kyoto und der KU Leuven präsentierten ihre aktuellsten Arbeiten zu Themen wie Evolutionsbiologie, Epigenetik, biomedizinische künstliche Intelligenz und Krebsbiologie.

Hervorgehobene Vorträge: 

Dr. Naveed Akbar (Universität Oxford) – Die Rolle des Immunsystems bei Herzerkrankungen

Dr. Akbar erklärte, dass sie den Einfluss des Immunsystems auf den Heilungsprozess nach einem Herzinfarkt untersuchen. „Immunzellen können manchmal überreagieren und das Herz schädigen. Indem wir diesen Prozess entschlüsseln, zielen wir darauf ab, neue Therapien für Herzerkrankungen zu entwickeln“, sagte er. Dr. Akbar wies darauf hin, dass Zellen durch das Senden von Informationspaketen kommunizieren und dass durch das Lesen dieser Nachrichten eine Früherkennung ermöglicht werden könnte. Er fügte hinzu, dass das Immunsystem von Diabetikern anders funktioniere, was die Herzheilung beeinflussen könne.

Dr. Eleonora Leucci (KU Leuven) – Krebs aus seinem Versteck holen

Dr. Leucci, die erforscht, wie sich Krebszellen vor dem Immunsystem verbergen, gab an, dass sie an Hautkrebs (Melanom) arbeiten. „Krebszellen können sich dank der Moleküle ‚Rosalind‘ und ‚Lisrr‘ für das Immunsystem unsichtbar machen. Indem wir diese Strukturen ins Visier nehmen, können wir die Behandlung effektiver gestalten“, sagte sie. Sie betonte, dass diese Entdeckung in Zukunft neue Türen in der Krebsbehandlung öffnen könnte.

Prof. Dr. Michael S. Levine (Princeton University) – Die Evolution der Wirbeltiere

Prof. Levine behandelte die Evolution des Kopfes und des Nervensystems aus genetischer Sicht. „Das Verständnis der Evolution des Nervensystems kann uns helfen, die genetischen Grundlagen neurologischer Erkrankungen zu entschlüsseln“, sagte er. Prof. Levine, der untersuchte, welche genetischen Veränderungen beim Übergang von einfachen wirbellosen Tieren zu hochentwickelten Wirbeltieren stattfanden, stellte fest, dass Umweltfaktoren eine wichtige Rolle bei der Evolution des Nervensystems spielen.

Prof. Dr. Cantas Alev (Universität Kyoto) – Embryonale Entwicklung und künstliche Intelligenz

Prof. Alev erklärte, dass sie die Entwicklung von Babys im Mutterleib mit KI-gestützten Modellen analysieren. „Wir können besser beobachten, wie Gene funktionieren und wie Zellen kommunizieren. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, die Ursachen genetischer Krankheiten zu verstehen und Behandlungsmethoden zu entwickeln“, sagte er.

Prof. Dr. Eric Miska (Universität Cambridge) – Die Grenzen der epigenetischen Vererbung

Prof. Miska, der auf dem Gebiet der Epigenetik arbeitet, erklärte, dass Gene nicht nur durch die DNA-Sequenz, sondern auch durch Umweltfaktoren und zelluläre Mechanismen geformt werden. „Einige Moleküle können die Genexpression verändern und so die genetische Struktur von Individuen im Laufe der Zeit beeinflussen“, sagte er. Zudem betonte er, dass genetisches Material, sogenannte ‚Transposons‘, manchmal zu nützlichen Veränderungen führen, aber auch Krankheiten verursachen können.