Erdbeermond heute Nacht zu sehen: Der Name stammt nicht von der Farbe, sondern vom Ernte-Kalender
Der Juni-Vollmond ist heute Nacht am europäischen Himmel zu beobachten. Der Name „Erdbeermond“ bezieht sich nicht auf seine Farbe, sondern auf eine Erntetradition in Nordamerika.
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Der als traditioneller Vollmond des Monats Juni bekannte „Erdbeermond“ ist heute Nacht am Himmel zu sehen. Entgegen dem, was der Name vermuten lässt, wird jedoch nicht erwartet, dass der Mond eine erdbeerrote Farbe annimmt.
Der Vollmond wird in weiten Teilen Europas ab den Abendstunden zu beobachten sein. Quellen zufolge wird der Mond seinen höchsten Punkt am Dienstagmorgen um 01.57 Uhr (MESZ) erreichen. In London wird er voraussichtlich um 21.41 Uhr, in Paris um 22.13 Uhr sowie in Berlin und Madrid gegen 21.55 Uhr über dem Horizont aufgehen.
Der Name „Erdbeermond“ stammt aus den Traditionen der Algonkin und anderer indigener Völker Nordamerikas, die den Juni-Vollmond als saisonales Signal für die Ernte von wilden Erdbeeren nutzten. Dieser Name, der auch vom „The Old Farmer’s Almanac“ verwendet wird, verbreitete sich im Laufe der Zeit.
In verschiedenen Kulturen erhielt der Juni-Vollmond auch andere Namen. In der Cherokee-Tradition wurde er als „Mond des grünen Mais“, bei den Cree als „Mond, wenn die Blätter austreiben“ und bei den Tlingit als „Geburtsmond“ bezeichnet. In China setzte sich der Name „Lotosmond“ durch, während in Europa der Name „Honigmond“ geläufig war, der mit der Heuernte und der Honigernte in Verbindung gebracht wurde.
WIE WIRD ER HEUTE NACHT AUSSEHEN?
Heute Nacht wird der Mond eher in Gold- und Orangetönen als in Rot erscheinen. Der Grund dafür ist, dass das Mondlicht, wenn es sich in Horizontnähe befindet, eine dickere Atmosphäre durchdringen muss, bevor es den Beobachter erreicht. Der physikalische Effekt, der Sonnenuntergänge in warme Farben taucht, wirkt hier auf ähnliche Weise.
Der diesjährige Erdbeermond ist zudem ein „Mikro-Vollmond“. Der Mond wird etwa 406.267 Kilometer von der Erde entfernt sein, was rund 21.000 Kilometer weiter als der Durchschnitt ist. Daher wird er im Vergleich zu einem typischen Vollmond etwa 7 Prozent kleiner und 10 Prozent lichtschwächer erscheinen.
Dieses Himmelsspektakel, das als zweitkleinster Vollmond des Jahres 2026 verzeichnet wird, wird der Erde nur 102 Kilometer näher sein als der „Blaue Mond“ des letzten Monats. Zum Vergleich: Vollmonde, die als „Supermond“ bezeichnet werden, können etwa 14 Prozent größer und 30 Prozent heller erscheinen.
Für Beobachter auf der Nordhalbkugel wird der Mond eine der niedrigsten Bahnen seit Jahrzehnten ziehen. Dies liegt daran, dass der Vollmond nur wenige Tage nach der Sommersonnenwende stattfindet. Während die Sonne am Himmel ihre höchsten Positionen erreicht, bleibt der Vollmond aufgrund der entgegengesetzten Geometrie tiefer stehen.
Auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt; der heutige Vollmond wird dort als der höchste Vollmond des Jahres wahrgenommen. Die beste Beobachtungszeit ist nach Sonnenuntergang, wenn der Mond über dem südöstlichen Horizont aufgeht und die Atmosphäre die Goldtöne verstärkt.
Für Astronomie-Begeisterte gibt es noch ein bemerkenswertes Detail: Der Erdbeermond wird heute Nacht vor dem Sternbild Schütze, genauer gesagt vor dem Sternmuster der „Teekanne“, stehen. Diese Region ist dafür bekannt, dass sie in der Nähe der Sichtlinie zum Zentrum der Milchstraße liegt.