Es stellt sich heraus, dass die Milchstraße möglicherweise weit mehr Antimaterie produziert als bisher angenommen

Physiker, die Daten des INTEGRAL-Teleskops untersuchten, gaben an, dass das Antimaterie-Signal möglicherweise über die Grenzen der Galaxie hinausreicht und die bisherigen Schätzungen revidiert werden müssen.

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Eine neue Analyse von Astronomen zu den Antimaterie-Signalen, die von der Milchstraße ausgehen, hat ein Bild gezeichnet, das die bestehenden Modelle herausfordert. Laut der Studie von Thomas Siegert von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in Deutschland und Hiroki Yoneda von der Universität Kyoto in Japan könnte unsere Galaxie weit mehr Antimaterie produzieren, als bisher berechnet wurde.

Die Forscher erstellten eine detaillierte Karte der Gammastrahlungsemissionen, die bei der Kollision von Antimaterie und Materie entstehen, indem sie die Daten untersuchten, die das Weltraumteleskop INTEGRAL der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zwischen 2002 und 2025 gesammelt hat. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Das bemerkenswerteste Ergebnis der Studie ist der Bericht, dass dieses Gammastrahlensignal erstmals auch außerhalb der Milchstraße nachgewiesen wurde. Die Forscher bewerten dies als Hinweis darauf, dass Antimaterie-Teilchen aus der Galaxie entweichen und im intergalaktischen Raum mit Materie kollidieren und vernichtet werden könnten.

GASWOLKEN ALS QUELLE DES SIGNALS HERAUSGESTELLT

In der Analyse wurde festgestellt, dass das stärkste Signal aus der Region Complex C stammt, die als eine riesige Wasserstoffgaswolke bekannt ist, die auf die Milchstraße zuströmt. Es wurde zudem vermerkt, dass ein ähnliches Signal vom Magellan-Strom empfangen wurde, einem Gasstreifen, den die Magellanschen Wolken auf ihrer Umlaufbahn um die Milchstraße hinterlassen.

Da von diesen Regionen nicht erwartet wird, dass sie von sich aus intensive Antimaterie produzieren, gewinnt die Möglichkeit an Gewicht, dass die Teilchen aus der Milchstraße nach außen transportiert worden sein könnten. Sollte sich diese Interpretation bestätigen, müssten die aktuellen Berechnungen zur Antimaterie-Produktionskapazität der Galaxie überarbeitet werden.

Den neuen Erkenntnissen zufolge könnte die Milchstraße etwa 100 Tredezillionen Positronen pro Sekunde produzieren, was einer Rate entspricht, die etwa 2 bis 3 Mal höher ist als bisherige Schätzungen. Positronen sind als Antimaterie-Gegenstücke zu Elektronen bekannt; wenn sie auf normale Materie treffen, vernichten sie sich gegenseitig und setzen Gammastrahlen frei.

Siegerts Einschätzung zufolge reichen die derzeitigen wissenschaftlichen Modelle nicht aus, um diese Dichte zu erklären. Es wird nicht erwartet, dass bekannte Quellen wie radioaktive Elemente aus Supernova-Explosionen, Schwarze Löcher und Neutronensterne allein diese Produktionsmenge decken können.

Die Forschung vertieft die langjährige Debatte über die Antimaterie-Signale aus dem Zentrum der Milchstraße und zeigt gleichzeitig, dass neue Beobachtungen zur Teilchenproduktion in Galaxien und zu Materie-Antimaterie-Wechselwirkungen erforderlich sind.