Die verborgene Bedrohung des digitalen Zeitalters: Brain Rot
Das Oxford English Dictionary hat „Brain Rot“ (Gehirnfäule) zum Wort des Jahres 2024 gekürt. Unter „Brain Rot“ versteht man den Zustand, bei dem die stundenlange Nutzung sozialer Medien unser Gehirn schleichend beeinflusst und zu Folgen wie Aufmerksamkeitsdefiziten, Gedächtnisverlust und geistiger Erschöpfung führt.
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Das Oxford Dictionary hatte „brain rot“ (Gehirnfäule) zum Wort des Jahres 2024 gewählt. Einer der Hauptgründe hierfür ist die zunehmende Nutzung sozialer Medien. Experten zufolge beeinträchtigt das ständige Leben mit dem Smartphone die intellektuellen Funktionen des Gehirns.
„Brain rot“ wird als die negative Beeinflussung der geistigen Gesundheit und Fähigkeiten durch den unbewussten und übermäßigen Konsum von minderwertigen, simplen digitalen Inhalten definiert, die keine geistige Anstrengung erfordern.
Das Wörterbuch hatte „brain rot“ aus sechs nominierten Wörtern mit der Beteiligung von mehr als 37.000 Personen zum Wort des Jahres gewählt.
Der Facharzt für Neurochirurgie Prof. Dr. Aşkın Esen Hastürk erklärte, dass „brain rot“ jede Altersgruppe betreffe und dieser Begriff nicht als beängstigendes Wort wahrgenommen werden sollte.
Hastürks Erklärungen lauten wie folgt:
„Brain rot ist der populäre Name für ein allgemeines Bild, das sich infolge des Rückgangs intellektueller Funktionen und menschlicher Beziehungen durch die anormale Nutzung sozialer Medien in Verbindung mit ständigem Scrollen entwickelt. Obwohl dies keine Diagnose ist, weisen einige Verhaltensweisen Symptome in Richtung ‚brain rot‘ auf.
Tatsächlich passiert dies vielleicht bei den meisten von uns. Zum Beispiel sind das ständige Leben mit dem Telefon, das nicht Abwenden des Blicks vom Bildschirm, die ständige Kontrolle von Benachrichtigungen sowie das Vorziehen sozialer Medien gegenüber unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und Hobbys Anzeichen für ‚brain rot‘. Wenn man bedenkt, wie unverzichtbar soziale Medien geworden sind, tritt dieser Zustand tatsächlich bei vielen Menschen auf.“
Hastürk wies darauf hin, dass sich „brain rot“ in der Zeit nach Covid-19 verbreitet habe und fuhr wie folgt fort:
„In den USA durchgeführte Studien aus dem Jahr 2023 haben ergeben, dass die Abhängigkeit von sozialen Medien und dem Telefon bei Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren im Vergleich zur Zeit vor und nach der Pandemie von 40 Prozent auf 70 Prozent gestiegen ist und die Online-Sucht bei Jugendlichen bis zu neun Stunden erreicht hat. Das ist wirklich ein wichtiger Punkt. Deshalb ist die Altersgruppe, die am stärksten von ‚brain rot‘ betroffen ist, die der Jugendlichen. Natürlich ist die Pubertät eine wichtige Phase für die Charakterbildung.
Das Zurückstellen sozialer Beziehungen in der Pubertät, die Tatsache, dass Kinder in dieser Phase zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, keine Beziehungen zu Gleichaltrigen aufrechterhalten können und das soziale und emotionale Selbst, das in der Pubertät erlernt werden sollte, nicht gefestigt wird, rückt in den Vordergrund.
Es ist wichtig, dass Erwachsene als Vorbilder gegen ‚brain rot‘ fungieren. Um ein Vorbild sein zu können, müssen wir einen Modus für eine ausgewogene Bildschirmzeit haben. Darüber hinaus müssen wir Hobbys und menschliche Beziehungen in den Vordergrund stellen sowie bildschirmfreie Zonen und Zeiten in unseren Lebensräumen schaffen.“