Großer Wandel im Internet: Neue Endungen auf dem Weg
In der Bewerbungsrunde 2026 der ICANN wurden mehr als 1.600 Anträge für neue gTLDs zur Prüfung eingereicht, darunter auch Endungen mit Fokus auf künstliche Intelligenz und Technologie.
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Im Adresssystem des Internets könnte eine neue Ära der Expansion beginnen. Die ICANN, die für die globale Koordination von Domainnamen zuständig ist, hat den Prüfungsprozess für über 1.600 Anträge auf neue generische Top-Level-Domains (gTLDs) eingeleitet.
Nach dem Abschluss der Bewerbungsphase am 12. August 2026 wurde noch nicht öffentlich bekannt gegeben, welche Endungen genau beantragt wurden. Die ICANN plant, die Liste der Anträge spätestens innerhalb von neun Wochen zu veröffentlichen, abhängig vom Abschluss der administrativen Prüfungen.
Obwohl noch nicht alle Anträge offiziell geteilt wurden, haben einige Unternehmen und Organisationen ihre Anfragen bereits bekannt gegeben. Die Link Freedom Group erklärte, Anträge für 316 verschiedene Domainendungen eingereicht zu haben. Auf der Liste des Unternehmens finden sich Endungen wie .slop, .token, .agentic und .agi, die mit künstlicher Intelligenz und Technologie assoziiert werden.
Zu den weiteren bekannt gegebenen Anträgen gehören allgemeinere oder ungewöhnlichere Begriffe wie .hype, .therapy, .tea und .itiswhatitis. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass alle Anträge genehmigt werden; welche Endungen tatsächlich für Internetnutzer verfügbar sein werden, wird sich erst nach Abschluss des Bewertungsprozesses klären.
LETZTE ERWEITERUNGSRUNDE FAND 2012 STATT
Die letzte Bewerbungsrunde dieser Größenordnung wurde von der ICANN im Jahr 2012 durchgeführt. Damals gingen etwa 1.900 Anträge ein, von denen rund 1.200 genehmigt wurden. Am Ende des Prozesses wurden neben unternehmensspezifischen Endungen auch geografische Domains wie .africa sowie branchenspezifische Domains wie .bank in das Internet-Ökosystem aufgenommen.
Die neue Runde gilt daher als einer der bedeutendsten Schritte zur Erweiterung des Domainnamensystems seit 14 Jahren. Der Bewerbungsprozess zeichnet sich zudem durch hohe Kosten aus. Die ICANN erhebt für jeden Antrag eine Bewertungsgebühr von 227.000 US-Dollar; bei riskanteren oder komplexeren Anträgen kann dieser Betrag noch steigen.
Die Veröffentlichung der Anträge bedeutet nicht, dass die neuen Endungen sofort einsatzbereit sind. Zunächst müssen technische, administrative und rechtliche Prüfungen abgeschlossen werden. Die tatsächliche Einführung der genehmigten Endungen wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.
Neben den gTLDs für das öffentliche Internet hat die ICANN auch die Endung .internal auf die Agenda gesetzt, die von Institutionen und Geräteherstellern in privaten Netzwerken genutzt werden kann. Diese 2024 angekündigte Endung gehört zu den Adressierungsoptionen, die für die Verwendung außerhalb des öffentlichen Internets konzipiert sind.