Kaspersky berichtet über Cyberangriff auf Unternehmen weltweit
Das Global Research and Analysis Team (GReAT) von Kaspersky hat eine neue Kampagne der bösartigen Lazarus-Gruppe aufgedeckt, die auf Unternehmen weltweit abzielt.
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Laut einer Erklärung von Kaspersky hat das GReAT-Team einen Cybersicherheitsvorfall identifiziert, bei dem Ziele über eine legitime Software infiziert wurden, die eigentlich dazu dient, die Webkommunikation mittels digitaler Zertifikate zu verschlüsseln.
Obwohl die betreffenden Sicherheitslücken gemeldet wurden und Patches verfügbar sind, nutzen Unternehmen weltweit weiterhin die fehlerhafte Version der Software und bieten der Lazarus-Angriffsgruppe damit einen Einstiegspunkt.
Die Angreifer setzten die Schadsoftware „SIGNBT“ ein, die hochkomplex ist und fortschrittliche Techniken zur Umgehung von Sicherheitskontrollen verwendet. Zudem nutzten sie das Tool LPEClient, das bereits zuvor für Angriffe auf Auftragnehmer der Verteidigungsindustrie, Nuklearingenieure und den Kryptowährungssektor bekannt war.
IM EINKLANG MIT DEN TAKTIKEN DER LAZARUS-GRUPPE
Diese Schadsoftware fungiert als erster Infektionspunkt und spielt eine entscheidende Rolle bei der Profilerstellung der Opfer sowie bei der Übermittlung der Nutzlast. Die Beobachtungen der Kaspersky-Forscher zeigen, dass die Rolle des LPEClient bei diesem und anderen Angriffen mit den Taktiken übereinstimmt, die von der Lazarus-Gruppe verwendet werden, wie dies auch beim Lieferkettenangriff auf 3CX zu beobachten war.
Im Zuge der weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Lazarus-Gruppe ihr erstes Opfer, einen Softwareanbieter, bereits mehrfach ins Visier genommen hatte. Dieses wiederkehrende Angriffsmuster deutet auf ein entschlossenes und fokussiertes Vorgehen hin, das wahrscheinlich darauf abzielt, kritischen Quellcode zu stehlen oder die Software-Lieferkette zu stören.
'AKTIVITÄTEN AUF GLOBALER EBENE'
Der Bedrohungsakteur nutzte die Sicherheitslücken in der Software des Unternehmens kontinuierlich aus und weitete seinen Wirkungskreis auf andere Unternehmen aus, die ungepatchte Versionen der Software verwenden. Die Endpoint-Security-Lösung von Kaspersky erkannte die Bedrohung proaktiv und verhinderte weitere Angriffe auf andere Ziele.
Seongsu Park, leitender Sicherheitsforscher beim Global Research and Analysis Team von Kaspersky, erklärte dazu: „Die anhaltenden Aktivitäten der Lazarus-Gruppe sind ein Beweis für ihre fortgeschrittenen Fähigkeiten und ihre unerschütterliche Motivation. Sie agieren auf globaler Ebene und zielen mit verschiedenen Methoden auf eine Vielzahl von Branchen ab. Dies deutet auf eine anhaltende und sich entwickelnde Bedrohung hin, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.“
Der Erklärung zufolge empfehlen die Kaspersky-Forscher die folgenden Maßnahmen, um nicht Opfer eines gezielten Angriffs durch bekannte oder unbekannte Bedrohungsakteure zu werden:
„Aktualisieren Sie regelmäßig Ihr Betriebssystem, Ihre Anwendungen und Ihre Antivirensoftware, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen. Seien Sie vorsichtig bei E-Mails, Nachrichten oder Anrufen, in denen nach sensiblen Informationen gefragt wird. Überprüfen Sie die Identität des Absenders, bevor Sie persönliche Daten weitergeben oder auf verdächtige Links klicken. Stellen Sie Ihrem SOC-Team Zugang zu den neuesten Bedrohungsinformationen (Threat Intelligence) zur Verfügung.“