Klare Worte zum Istanbul-Erdbeben: 'Die Stärke des Bebens...'
Der Geologie-Professor Osman Bektaş äußerte sich eindringlich zur zu erwartenden Stärke des großen Erdbebens im Marmarameer und stellte die These auf, dass ein Beben der Stärke 7,4 in Istanbul nicht eintreten werde.
12punto
In vielen wissenschaftlichen Prognosen zu einem möglichen Erdbeben in Istanbul wurden Werte zwischen 7 und 7,6 genannt. Einige Geologen vertraten jedoch die Ansicht, dass die Stärke unter diesen Schätzungen liegen könnte. Zuletzt betonte Prof. Dr. Osman Bektaş unter Verweis auf neue Forschungsdaten, dass das tatsächliche Risiko geringer sei als bisher angenommen.
"DAS SCHICKSAL ISTANBULS IST NICHT 7,4"
Prof. Dr. Osman Bektaş erklärte, dass die Verwerfungslinien im Marmarameer kein zerstörerisches Erdbeben durch einen einzigen großen Bruch erzeugen würden. Bektaş betonte mit der Aussage „Das Schicksal Istanbuls ist nicht 7,4“, dass die neuesten Daten aus regionalen Untersuchungen zeigten, dass anstelle einer einzigen massiven Energieentladung eher kleinere Segmente unabhängig voneinander agieren und vergleichsweise schwächere Erschütterungen auslösen könnten.
"DIE KUMBURGAZ-VERWERFUNG IST NICHT BLOCKIERT"
Die Einschätzungen von Bektaş stützen sich auf wissenschaftliche Arbeiten, die zwischen 2019 und 2023 von deutschen und japanischen Forschern im Marmarameer durchgeführt wurden. Experten zufolge wurden am Kumburgaz-Segment sogenannte „Creep“-Bewegungen beobachtet, bei denen die Verwerfung Energie durch langsames Gleiten freisetzt. Bektaş hob hervor, dass dies dem lange Zeit vertretenen Modell einer vollständig blockierten Verwerfung widerspreche und das Risiko eines gigantischen Erdbebens somit erheblich gesunken sei.
ERDBEBENSTÄRKE KÖNNTE UNTER 7 LIEGEN
Prof. Dr. Osman Bektaş wies darauf hin, dass die Energieentladung auf regionaler Ebene in flacheren Schichten erfolge, und erklärte, dass dieser Befund durch Beobachtungen entlang der Linie von Tekirdağ bis Kumburgaz gestützt werde. Bektaş sagte: „Diese internationalen Studien belegen wissenschaftlich, dass das Marmarameer nicht in seiner gesamten Länge einen einzigen Mega-Bruch erzeugen kann und das Risiko auf unabhängige, kleinskaligere Erschütterungen einzelner Segmente begrenzt bleiben wird.“ Er deutete darauf hin, dass die zu erwartende Stärke des Istanbul-Erdbebens nicht über, sondern unter 7 liegen werde.