Mikrobenarten in Leichen sollen Todeszeitpunkt bestimmen!
Wissenschaftler haben eine neue Gruppe von Mikroben entdeckt, die zur Bestimmung des Todeszeitpunkts von Leichen verwendet werden kann.
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Wissenschaftler haben eine Gruppe von Mikroben entdeckt, die sich während des Verwesungsprozesses von Leichen ansiedelt und dabei helfen könnte, den Todeszeitpunkt präziser zu bestimmen.
Laut einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Microbiology veröffentlicht wurde, weisen Leichen im Kontext mikrobieller Netzwerke signifikante Ähnlichkeiten auf. Die Forscher hoffen, dass diese Entdeckung bei Mordermittlungen zur Bestimmung des Todeszeitpunkts eingesetzt werden kann und einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung von Verbrechen leisten wird.
Dr. Jessica Metcalf, Dozentin für Mikrobiologie und Ökologie an der Colorado State University und Autorin der Studie, erklärte gegenüber der Presse: „Es ist wirklich großartig, die Existenz dieser Mikroben zu bestätigen, die bei der Zersetzung von Überresten lebender Organismen auftreten. Ich hoffe, dass wir damit ein neues Feld in der ökologischen Forschung eröffnen.“
In der Studie, die an 36 Leichen durchgeführt wurde, wurde gemessen, wie sich Mikrobiome zu verschiedenen Zeitpunkten während des Verwesungsprozesses verändern. Metcalf sagte: „Unabhängig von allen erdenklichen äußeren Variablen sehen wir, dass während der Verwesung ähnliche Mikroben zu ähnlichen Zeiten auftreten.“ Diese Erkenntnis hat wichtige Konsequenzen für die Forensik, da diese Mikroben dabei helfen könnten, genauer zu bestimmen, wie lange eine Person bereits tot ist.
Die Forscher vermuten, dass diese Mikroben durch Insekten, die zur Nahrungsaufnahme und Eiablage auf die Leichen gelangen, übertragen werden. Auch die Autorin der Studie, Dr. Jessica Metcalf, teilt diese Ansicht.
Andererseits erklärte David Carter, Professor für Forensik an der Chaminade University in Honolulu und Mitautor der Studie, gegenüber der Presse: „Wenn es um die Untersuchung von Todesfällen geht, gibt es nur sehr wenige Arten physischer Beweise, bei denen man garantieren kann, dass sie an jedem Tatort vorhanden sind. Fingerabdrücke, Blutflecken oder Kameraaufnahmen sind möglicherweise nicht immer verfügbar, aber Mikroben werden immer da sein...“
Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Ergebnisse nicht nur bei forensischen Untersuchungen, sondern auch in der mikrobiellen Ökologieforschung und in der Landwirtschaft Anwendung finden könnten.