Neue Technologie wandelt Plastikabfälle mithilfe von Sonnenlicht in Essigsäure um
Kanadische Wissenschaftler haben einen Weg gefunden, Plastikabfälle mithilfe von Solarenergie und einem innovativen Katalysator in Essigsäure umzuwandeln, einen wichtigen industriellen Rohstoff.
12punto
In Forschungsarbeiten an der Universität Waterloo wurde eine neue Methode entwickelt, um Kunststoffe, die sich über Jahrhunderte hinweg nicht in der Natur zersetzen, umweltschonend und ohne hohen Energieaufwand zu verarbeiten. In dem von den Wissenschaftlern entwickelten System zerlegt ein spezieller Photokatalysator aus Eisenatomen die Kunststoffketten mithilfe von Sonnenlicht in ihre Grundbestandteile. Auf diese Weise werden Plastikabfälle nicht nur beseitigt, sondern gleichzeitig in Essigsäure umgewandelt, den Hauptbestandteil von Essig, der häufig in der Industrie verwendet wird.
Es wird darauf hingewiesen, dass sich das Team von der Methode inspirieren ließ, mit der Pilze in der Natur Holz zersetzen. Die Forscher haben ein Katalysatorsystem entworfen, das sich an den Mechanismen orientiert, mit denen Pilze organische Stoffe abbauen, und wandeln Kunststoffe zunächst in Kohlendioxid und anschließend direkt in Essigsäure um. Es wird betont, dass bei diesem erfolgreich angewandten Prozess keine zusätzlichen Kohlenstoffemissionen entstehen.
Während bei herkömmlichen Kunststoff-Recyclingmethoden die Abfälle meist nach Typ sortiert werden müssen, liefert diese neue Technologie auch bei der Verarbeitung gemischter Kunststoffarten wie PET, PE, PP und PVC effektive Ergebnisse. Zudem kann die Methode außerhalb von Laborbedingungen auch unter freiem Himmel bei natürlichem Sonnenlicht erfolgreich eingesetzt werden. Die Forscher geben an, dass die Produktionseffizienz um das Fünffache gesteigert werden kann, wenn reflektierende Aluminiumplatten in das System integriert werden.
Diese Entdeckung, die es ermöglicht, Plastikabfälle sowohl zu beseitigen als auch in eine Chemikalie mit hohem wirtschaftlichem Wert umzuwandeln, gibt Hoffnung im Kampf gegen das große Problem der Plastikverschmutzung in den Ozeanen. Die Wissenschaftler erklären, dass durch die großflächige Anwendung ihrer derzeit noch im Laborstadium befindlichen Methode der Weg für ein nachhaltiges Kunststoffmanagement geebnet werden könnte.