Riesiges Vorkommen an Seltenen Erden begeistert Europa
Die 15,9 Millionen Tonnen an Seltenen Erden, die im Fen-Komplex in der Region Telemark entdeckt wurden, könnten die Abhängigkeit Europas von China verringern und eine neue Ära im Bergbausektor einläuten.
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Jüngste Untersuchungen im Fen-Karbonatit-Komplex in der südnorwegischen Region Telemark haben ergeben, dass sich dort das größte Vorkommen an Seltenen Erden in Europa befindet. Die geschätzte Menge übertraf die ersten Prognosen bei weitem und stieg von 8,8 Millionen Tonnen auf 15,9 Millionen Tonnen. Dieser bedeutende Anstieg stellt für Europa eine große Chance bei der Versorgung mit Seltenen Erden dar.
Dass China einen Anteil von etwa 90 Prozent am Sektor der Rohstoffverarbeitung hält, stellt für die Länder der Europäischen Union seit Jahren ein strategisches Risiko dar. Insbesondere die Importdaten für das Jahr 2024 zeigen, dass 95 Prozent des Mineralienbedarfs der EU über China, Malaysia und Russland gedeckt wurden. Experten betonen, dass diese neue Quelle im norwegischen Fen-Komplex die Risiken in der Lieferkette verringern könnte.
Bernd Schaefer, CEO von EIT RawMaterials, bewertete diese Entwicklung und erklärte, dass die aktualisierte Reservenschätzung einen historischen Meilenstein für Europa darstelle.
Der strategische Wert des Vorkommens im Fen-Gebiet liegt vor allem darin, dass die enthaltenen Seltenen Erden in kritischen Industriezweigen verwendet werden können. 19 Prozent der im Vorkommen enthaltenen Oxide bestehen aus den in der Industrie als NdPr bekannten Mineralien Neodym und Praseodym. Diese Elemente sind unverzichtbare Bestandteile für Motoren von Elektroautos, Windkraftanlagen in erneuerbaren Energieparks und verschiedene elektronische Geräte. Zudem finden sie in wichtigen Subsystemen der modernen Verteidigungsindustrie Verwendung.
Das 15,9 Millionen Tonnen schwere Vorkommen in der norwegischen Region Fen ist etwa siebenmal so groß wie das bisher größte europäische Vorkommen in der schwedischen Mine Kiruna. Im Vergleich zu den 2,2 Millionen Tonnen in der Region Kiruna wird darauf hingewiesen, dass der Umfang des neuen Vorkommens Kostenvorteile bei Bergbauinvestitionen bieten könnte.
Obwohl für den Fen-Komplex bereits eine Produktionslizenz vorliegt, sind für den Betriebsbeginn noch eine Reihe zusätzlicher Genehmigungsverfahren erforderlich. Unternehmensvertreter teilen dazu mit: „Wir steuern die regulatorischen Prozesse sorgfältig, um mit den Preisen in China konkurrieren zu können.“
Der Beginn der offiziellen Produktion wird für Ende 2031 erwartet; für das Jahr 2032 wurde ein jährliches NdPr-Produktionsziel von 800 Tonnen angekündigt. Bergbauprojekte in ganz Europa können jedoch aufgrund strenger Umweltstandards und Verfahren gelegentlich mit Verzögerungen konfrontiert sein. Inwieweit diese riesige Mineralienquelle in Fen zur Wirtschaft und zum Technologiesektor beitragen wird, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.