Vorsicht vor infizierten Apps im Google Play Store... 32.000 Mal heruntergeladen...
Forscher des in Russland ansässigen Cybersicherheitsunternehmens Kaspersky haben eine neue Spyware-Kampagne entdeckt, die die Mandrake-Malware unter dem Deckmantel legitimer Apps für Kryptowährungen, Astronomie und Hilfsprogramme über Google Play verbreitet.
12punto
Kaspersky-Experten haben fünf Mandrake-Apps identifiziert, die zwei Jahre lang im Google Play Store verfügbar waren und über 32.000 Mal heruntergeladen wurden. Diese neu entdeckten Exemplare verfügen über fortschrittliche Verschleierungs- und Ausweichtechniken, die es ihnen ermöglichen, von Sicherheitssystemen unentdeckt zu bleiben.
Die erstmals 2020 entdeckte Mandrake-Spyware ist eine hochentwickelte Android-Spionageplattform, die mindestens seit 2016 aktiv ist. Im April 2024 stießen Kaspersky-Forscher auf ein verdächtiges Exemplar, das auf eine neue Version von Mandrake mit erweiterter Funktionalität hindeutet. Diese neuen Exemplare nutzen fortschrittliche Verschleierungs- und Ausweichtechniken, wie etwa das Einbetten schädlicher Funktionen in native Bibliotheken, die mit OLLVM verschleiert wurden, Certificate Pinning für die sichere Kommunikation mit Befehls- und Kontrollservern (C2) sowie umfassende Prüfungen, um festzustellen, ob Mandrake auf einem gerooteten Gerät oder in einer emulierten Umgebung ausgeführt wird.
ÜBER 32.000 DOWNLOADS DURCH 5 APPS
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der neuen Mandrake-Variante ist die Hinzufügung fortschrittlicher Verschleierungstechniken, die darauf ausgelegt sind, die Sicherheitskontrollen von Google Play zu umgehen und Analysen zu verhindern. Die Experten des Unternehmens identifizierten fünf Apps, die die Mandrake-Spyware enthielten und insgesamt über 32.000 Mal heruntergeladen wurden. Alle diese Apps wurden 2022 im Google Play Store veröffentlicht und waren mindestens ein Jahr lang zum Download verfügbar. Die Apps wurden im Store als Wi-Fi-Dateifreigabe-App, Astronomie-App, Amber for Genshin-Spiel, Kryptowährungs-App und Logikrätsel-App getarnt. Laut VirusTotal wurde keine dieser Apps bis Juli 2024 von irgendeinem Anbieter als Malware erkannt.
Obwohl diese schädlichen Apps nicht mehr im Google Play Store verfügbar sind, stammte der Großteil der Downloads aus einer Vielzahl von Ländern, darunter Kanada, Deutschland, Italien, Mexiko, Spanien, Peru und das Vereinigte Königreich.
'ZWEI JAHRE LANG UNENTDECKT IM GOOGLE PLAY STORE'
Tatyana Shishkova, leitende Sicherheitsforscherin beim Kaspersky GReAT (Global Research and Analysis Team), erklärte: „Die Mandrake-Kampagne, die in ihren ersten Versionen vier Jahre lang der Entdeckung entging, konnte weitere zwei Jahre lang unentdeckt im Google Play Store bleiben. Dies zeigt die fortgeschrittenen Fähigkeiten der betreffenden Bedrohungsakteure. Dies unterstreicht auch einen besorgniserregenden Trend: Während die Beschränkungen verschärft werden und die Sicherheitskontrollen strenger werden, nimmt die Komplexität der Bedrohungen, die in offizielle App-Stores eindringen, zu und ihre Entdeckung wird schwieriger.“
Weitere Informationen zur neuen Mandrake-Spyware-Kampagne finden Sie unter Securelist.com.
TIPPS VON EXPERTEN, UM 'SICHER ZU BLEIBEN'
Kaspersky-Experten empfehlen, die folgenden Tipps zu beachten, um sich vor Bedrohungen wie der Mandrake-Spyware zu schützen:
Nutzen Sie offizielle App-Marktplätze. Laden Sie Apps und Software von seriösen und offiziellen Quellen herunter. Vermeiden Sie App-Stores von Drittanbietern, da dort ein höheres Risiko besteht, schädliche oder kompromittierte Apps zu hosten. Denken Sie daran, dass selbst offizielle Plattformen schädliche Apps enthalten können. Überprüfen Sie vor dem Herunterladen immer die Bewertungen und Rezensionen.
Entscheiden Sie sich für seriöse Sicherheitssoftware. Installieren und warten Sie seriöse Antiviren- und Anti-Malware-Software auf Ihren Geräten. Scannen Sie Ihre Geräte regelmäßig auf potenzielle Bedrohungen und halten Sie Ihre Sicherheitssoftware auf dem neuesten Stand. Kaspersky Premium schützt seine Nutzer vor bekannten und unbekannten Bedrohungen.
Bilden Sie sich über gängige Betrugsmethoden weiter. Bleiben Sie über die neuesten Cyber-Bedrohungen, Techniken und Taktiken informiert. Seien Sie bei unerwünschten Anfragen, verdächtigen Angeboten oder dringenden Aufforderungen zur Angabe persönlicher oder finanzieller Daten immer skeptisch.
Software von Drittanbietern aus populären Quellen wird oft ohne Garantie geliefert. Denken Sie daran, dass solche Apps beispielsweise aufgrund von Lieferkettenangriffen schädliche Implantate enthalten können.