Warnung vor mehrschichtiger Sicherheit bei der Identitätsprüfung angesichts wachsender Deepfake-Risiken
Die Verbreitung von KI-gestützten Deepfake-Inhalten stellt die Sicherheit bei Remote-Prozessen, die ausschließlich auf Gesichtserkennung basieren, infrage.
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Die rasante Entwicklung generativer KI-Technologien bringt neue Sicherheitsdiskussionen bei Remote-Identitätsprüfungsverfahren mit sich. Deepfake-Inhalte, die aus Bildern und Stimmen echter Personen erstellt werden, können insbesondere Identitätsprüfungsverfahren gefährden, die in Bereichen wie Bankwesen, Telekommunikation, Versicherungswesen und öffentlichen Dienstleistungen für Remote-Transaktionen eingesetzt werden.
Das Unternehmen biOnay, das Lösungen zur Identitätsprüfung entwickelt, wies darauf hin, dass angesichts dieser Risiken Systeme, die lediglich auf Gesichtsbilder setzen, möglicherweise nicht ausreichen. Dem Unternehmen zufolge sollte die Sicherheit durch das Auslesen des elektronischen Personalausweises der Republik Türkei, die Überprüfung der Sicherheitsbereiche auf der Karte und bei Bedarf durch eine im Chip gespeicherte Fingerabdruckprüfung ergänzt werden.
GESICHTSERKENNUNG ALLEIN REICHT MÖGLICHERWEISE NICHT AUS
Obwohl Deepfake-Technologien in der Lage sind, Gesichtsbilder zu imitieren, wird betont, dass eine physische Chipkarte und die darauf basierende Fingerabdruckprüfung nicht auf die gleiche Weise kopiert werden können. Daher weisen Experten darauf hin, dass Modelle, die nicht nur von einem einzigen biometrischen Datum abhängen, sondern verschiedene Sicherheitselemente kombinieren, bei der Identitätsprüfung an Bedeutung gewinnen.
Auch im Dokument „Empfehlungen zum Schutz personenbezogener Daten in KI-Systemen“ der türkischen Datenschutzbehörde (KVKK) wird darauf hingewiesen, dass KI-Systeme neue Risiken für personenbezogene Daten bergen können. In dem Dokument wird insbesondere betont, dass bei der Verarbeitung biometrischer Daten die Grundsätze der Datenminimierung, Sicherheit und Rechenschaftspflicht beachtet werden müssen.
Beim Ansatz des elektronischen Identitätsprüfungssystems (EKDS) basiert die Verifizierung nicht allein auf der Bildanalyse. Der Prozess kombiniert die sicheren Informationen auf der Chipkarte der Person mit einer gleichzeitigen Fingerabdruckprüfung des Karteninhabers. Dadurch geht die Sicherheit über eine einschichtige Kontrolle wie die Gesichtserkennung hinaus.
Ümit Yaşar Usta, Geschäftsführer von biOnay, erklärte, dass KI nicht nur zur Verteidigung eingesetzt werde, sondern dass auch Angreifer von denselben Technologien profitieren könnten. Usta sagte: „KI wird nicht nur auf der Verteidigungsseite eingesetzt. Dieselbe Technologie kann auch genutzt werden, um realistischere Deepfake-Bilder zu erstellen und neue Methoden zu entwickeln, um Identitätsprüfungssysteme zu täuschen.“
Usta wies darauf hin, dass es insbesondere bei Videokonferenzen oder Remote-Identitätsprüfungsverfahren in Zukunft größere Risiken bergen könnte, sich nur auf Gesichtserkennungstechnologien zu verlassen, und betonte, dass die Identitätsprüfung durch ein sicheres Element, das die Person besitzt, unterstützt werden müsse. Er erklärte, dass mehrschichtige Modelle, bei denen Chipkarten, kryptografische Verifizierung und biometrische Kontrolle kombiniert werden, einen stärkeren Schutz bieten könnten.
Es wird zudem betont, dass die Speicherung biometrischer Daten außerhalb zentraler Systeme eine zusätzliche Sicherheitsebene für den Schutz personenbezogener Daten darstellt. Usta berichtete, dass Betrüger, denen es in einigen Fällen gelungen war, mit gefälschten Identitäten Bankkonten zu eröffnen, bei der Chip- und Fingerabdruckprüfung, wie sie bei Grundbuchämtern verwendet wird, entlarvt wurden.