Washington Post: Russland und China holen im Weltraumrennen zu den USA auf
Laut der Washington Post erhöhen die neuen Schritte Moskaus und Pekings im Weltraum den Druck auf die USA, ihre Infrastruktur und Startkapazitäten auszubauen, um ihre technologische Vormachtstellung zu wahren.
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Die Washington Post berichtet, dass Russland und China den Abstand zu den USA im Weltraum zunehmend verringern. In der Analyse der Zeitung wird darauf hingewiesen, dass die langjährige technologische Überlegenheit Washingtons zu schwinden beginnt und die jüngsten Schritte Moskaus und Pekings strategische Risiken für die USA bergen könnten.
Der Bericht hebt insbesondere die Fortschritte Chinas bei der Technologie wiederverwendbarer Raketen hervor. Es wurde berichtet, dass ein chinesisches Luft- und Raumfahrtunternehmen im August erstmals erfolgreich die erste Stufe einer Rakete zur Erde zurückgebracht hat. Diese Fähigkeit wurde bisher vor allem mit US-Unternehmen wie SpaceX und Blue Origin in Verbindung gebracht.
Die Wiederverwendbarkeit von Raketenstufen gilt als kritische Schwelle für kommerzielle und militärische Weltraumaktivitäten, da sie die Startkosten senkt. Laut der WP zeigt der Fortschritt in diesem Bereich, dass China seine Kapazitäten nicht nur durch staatlich geförderte Projekte, sondern auch durch den Privatsektor ausbaut.
Die Zeitung führt zudem das russische Satellitensystem Rassvet, das eine Internetverbindung aus dem Weltraum bereitstellen soll, als ein Thema auf, das von den USA aufmerksam verfolgt werden müsse. In der Analyse wird angemerkt, dass das System vom russischen Militär genutzt werden könnte und ähnliche Fähigkeiten wie das Starlink-Netzwerk von SpaceX bieten könnte.
WARNUNG AN DIE USA BEZÜGLICH INFRASTRUKTUR UND GENEHMIGUNGSVERFAHREN
Laut der WP ist eines der Hauptprobleme, mit denen die USA konfrontiert sind, die veraltete Startrampen- und Weltrauminfrastruktur. Es wird betont, dass für die Modernisierung dieser Infrastruktur zusätzliche Mittel vom Kongress bereitgestellt werden müssen und dass die Genehmigungsverfahren für kommerzielle Starts schneller und unbürokratischer gestaltet werden sollten.
Die Zeitung schreibt, dass die USA ihre Führungsposition dank ihres starken privaten Raumfahrtsektors derzeit zwar noch behaupten können, diese Vormachtstellung jedoch nicht von selbst bestehen bleibe. Der Analyse zufolge muss Washington die Anzahl der Starts erhöhen, Investitionen in die Infrastruktur beschleunigen und den Handlungsspielraum des Privatsektors erweitern.
Die Überwachung der russischen und chinesischen Weltraumaktivitäten durch die USA wird in letzter Zeit auch verstärkt mit Verbündeten geteilt. Laut einem Bericht der Times vom Mai 2025 hat Washington Großbritannien und anderen Mitgliedern des Geheimdienstbündnisses „Five Eyes“ Zugang zu einigen Daten der Einheit Space Delta 9 gewährt, die russische und chinesische Satelliten überwacht.
Russland und China setzen unterdessen ihre gemeinsamen Weltraumprojekte fort. Moskau hatte 2024 das Abkommen mit China über die geplante Internationale Wissenschaftliche Mondstation auf der Mondoberfläche oder in der Mondumlaufbahn ratifiziert. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte im April 2025 erklärt, dass beide Länder „große“ und „großartige“ Pläne im Weltraum hätten.
Der ehemalige NASA-Administrator Jim Bridenstine rief im Oktober 2025 Russland, die USA und China zur Zusammenarbeit im Weltraum auf; er betonte, dass sich die Interessen und Aktivitäten der Länder im All überschneiden könnten und die Parteien nicht isoliert handeln könnten.