Wissenschaftler entdecken mysteriöse Strahlung aus der Milchstraße
Weltraumforscher haben im US-Bundesstaat Utah ein extrem seltenes und ultra-hochenergetisches Teilchen entdeckt, das vermutlich von außerhalb der Milchstraße zur Erde gelangt ist.
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Wie CNN berichtet, wurde das Teilchen vom kosmischen Strahlenobservatorium "Telescope Array" in der Westwüste von Utah identifiziert und in Anlehnung an die Sonnengöttin aus der japanischen Mythologie als "Amaterasu-Teilchen" bezeichnet.
In der Studie wurde erklärt, dass die Energie des mit bloßem Auge nicht sichtbaren subatomaren Teilchens eine Wirkung erzeugen könnte, die dem Fallenlassen eines Ziegels auf den Zeh aus Hüfthöhe entspricht.
ZWEITER PLATZ NACH DER ENTDECKUNG VON 1991
Es wurde darauf hingewiesen, dass die Energie des Teilchens nach dem 1991 entdeckten "Oh-my-God-Teilchen" (OMG), der bisher stärksten beobachteten kosmischen Strahlung, an zweiter Stelle steht.
In der Untersuchung wurde festgehalten, dass kosmische Strahlen mit niedriger Energie von der Sonne ausgehen, während extrem hochenergetische, seltene kosmische Strahlen die Erde aus anderen Galaxien und Quellen außerhalb der Milchstraße erreichen.
Prof. Dr. John Matthews, Experte für Physik und Astronomie an der Universität von Utah und einer der Autoren der Studie, erklärte: "Wenn Sie Ihre Hand ausstrecken, durchquert pro Sekunde ein kosmisches Teilchen Ihre Handfläche, aber das sind Teilchen mit sehr niedriger Energie. Wirklich hochenergetische kosmische Strahlen treffen hingegen fast nur einmal pro Jahrhundert und Quadratkilometer ein. Diese durchqueren niemals Ihre Hand."
Das "Telescope Array", das das Teilchen einfing, nahm 2008 den Betrieb auf, besteht aus 507 Oberflächendetektoren in der Größe von Tischtennisplatten auf einer Fläche von 700 Quadratkilometern und hat bisher mehr als 30 ultra-hochenergetische kosmische Strahlen beobachtet.
Es wurde betont, dass keines der vom Telescope Array eingefangenen Teilchen größer war als das "Amaterasu-Teilchen", das am 27. Mai 2021 in Utah in die Atmosphäre einschlug; das Teilchen, das 23 Oberflächendetektoren auslöste, hatte eine Energie von 244 Exa-Elektronenvolt (244 Trillionen Elektronenvolt).
Das bisher größte entdeckte Teilchen, das OMG, wurde mit 320 Exa-Elektronenvolt verzeichnet.
Prof. Dr. Glennys Farrar, Dozentin an der New York University, die nicht an der Studie beteiligt war, erklärte, dass ein ultra-hochenergetisches kosmisches Teilchen zig Millionen Mal mehr Energie transportiert als jeder von Menschenhand geschaffene Teilchenbeschleuniger, wie etwa der "Large Hadron Collider (LHC)", der bisher stärkste Beschleuniger der Welt.
Farrar betonte, dass für die Entstehung solcher Teilchen natürliche, extrem starke Magnetfelder in der Größenordnung des LHC erforderlich seien, und merkte an, dass die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags auf der Erde sehr gering sei, da solche Formationen äußerst selten seien und sich die entstandenen Strahlen im unendlich weiten Universum verteilten.
Es wurde darauf hingewiesen, dass die Erdatmosphäre die Menschen weitgehend vor den Schäden solcher Teilchen schützt, diese jedoch in seltenen Fällen kleine Computerstörungen verursachen können.
QUELLE DER EINGEFANGENEN HOCHENERGETISCHEN TEILCHEN NICHT GEFUNDEN
In den durchgeführten Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Ursprünge der hochenergetischen Teilchen nicht eindeutig bestimmt werden konnten und diese von hochenergetischen Himmelsobjekten im Universum wie Schwarzen Löchern, Gammastrahlenausbrüchen und "aktiven Galaxienkernen" stammen könnten.
Matthews betonte, dass die beiden größten jemals aufgezeichneten kosmischen Strahlen "gewissermaßen zufällig" erschienen und bei der Rückverfolgung ihrer Flugbahnen in den potenziellen Quellregionen nichts Hochenergetisches gefunden wurde, das solche Teilchen hätte erzeugen können.
Matthews gab an, dass insbesondere das "Amaterasu-Teilchen" aus dem leeren Raum stammen könnte, der als "Local Void" bezeichnet wird und die Milchstraße umgibt.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.