Risiko für Frauen: Laut ILO sind 657 Millionen Frauen betroffen
Laut der ILO durchlaufen 657 Millionen Frauen die Wechseljahre. Experten betonen, dass es sich hierbei um eine Frage des Talentmanagements für Unternehmen handelt.
Obwohl die Frauengesundheit zunehmend in den Fokus der Geschäftswelt rückt, werden die Wechseljahre und die Perimenopause in der Mitarbeitererfahrung und in den Personalrichtlinien immer noch nur begrenzt thematisiert. Dabei durchlaufen laut einer Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vom Juni 2026 weltweit etwa 657 Millionen Frauen während ihres Berufslebens die Wechseljahre.
Die ILO weist darauf hin, dass wechseljahresbedingte Symptome mit Fehlzeiten, Produktivitätsverlust am Arbeitsplatz – bekannt als „Präsentismus“ – und dem vorzeitigen Ausscheiden von Frauen aus dem Erwerbsleben in Verbindung gebracht werden können. Daher wird das Thema nicht nur unter dem Aspekt der Gesundheit betrachtet, sondern auch im Hinblick auf die Fähigkeit von Unternehmen, erfahrene Mitarbeiterinnen zu halten, sowie auf die Arbeitsproduktivität.

Elif Elkin, Beraterin für betriebliches Wohlbefinden und ganzheitliches Gesundheitsmanagement sowie CEO von Elkin Consultancy, erklärte, dass Unternehmen diesen Lebensabschnitt von Mitarbeiterinnen ganzheitlicher betrachten sollten. Elkin betonte, dass sich Institutionen beim Thema Frauengesundheit meist auf Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Mutterschaft konzentrierten, während die Perimenopause und die Menopause natürliche biologische Prozesse seien, die während der aktiven Berufsphase auftreten.
Dieses Thema zu ignorieren, schafft eine bedeutende Lücke im Talentmanagement von Unternehmen.
DIE BEDEUTUNG INKLUSIVER RICHTLINIEN
Laut Elkin ist es notwendig, statt die Wechseljahre als „Problem“ zu positionieren, eine Arbeitskultur zu schaffen, die die Bedürfnisse der Mitarbeiter versteht, die Privatsphäre respektiert und inklusiv ist. Dieser Ansatz könne dazu beitragen, dass Mitarbeiterinnen, die über Jahre hinweg Erfahrung gesammelt haben, Teams leiten und über institutionelles Wissen verfügen, dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben.

Zu den Schritten, die Unternehmen unternehmen können, gehören korrekte Aufklärung, die Sensibilisierung von Führungskräften, der Zugang zu fachlicher Unterstützung bei Bedarf sowie flexible Arbeitsmodelle. Elkin betonte, dass diese Punkte nicht als neue Zusatzleistung betrachtet werden sollten, sondern mit einem Verständnis angegangen werden müssten, das den Lebenszyklus von Frauen als natürlichen Bestandteil der Arbeitsplatzrichtlinien begreift.
Experten zufolge macht die Notwendigkeit, die Auswirkungen der Wechseljahre auf das Berufsleben stärker zu erforschen, eine Bewertung des Themas nicht nur aus Sicht der Mitarbeitergesundheit, sondern auch aus der Perspektive des Talentmanagements, der Mitarbeitererfahrung und einer nachhaltigen Belegschaft zwingend erforderlich.
Nachrichtenquelle: 12punto
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