Volkswagen steht kurz vor einer Einigung mit Rafael über die Produktion von Iron-Dome-Ausrüstung im Werk Osnabrück
Volkswagen verhandelt über die Zukunft seines Werks in Osnabrück und prüft die Produktion von Unterstützungsausrüstung für das Iron-Dome-System mit dem israelischen Unternehmen Rafael.
Volkswagen, das Bundesland Niedersachsen und das israelische Verteidigungsunternehmen Rafael stehen Berichten zufolge kurz vor einer Einigung über die Produktion militärischer Unterstützungsausrüstung im Volkswagen-Werk Osnabrück.
Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg erklärten, laufen die Gespräche zwischen den Parteien noch und eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Sollten die Verhandlungen jedoch positiv verlaufen, könnte in den kommenden Wochen ein Ergebnis erzielt werden.

Der diskutierte Plan umfasst die Produktion von Unterstützungsausrüstung für das Iron-Dome-Luftverteidigungssystem von Rafael. Dabei geht es unter anderem um die Fertigung von Komponenten wie Schwerlast-Lkw, die für den Transport von Raketen, Abschussvorrichtungen und Generatoren verwendet werden.
Das Projekt war zuvor aufgrund von Einwänden der Qatar Investment Authority, einem der wichtigsten Partner von Volkswagen, in die Diskussion geraten. Der Staatsfonds hält mehr als 10 Prozent der Volkswagen-Aktien und kontrolliert etwa 17 Prozent der Stimmrechte. Quellen zufolge verfügt die Qatar Investment Authority zwar über zwei Sitze im Aufsichtsrat, hat jedoch kein Minderheitenrecht, um das Projekt im Alleingang zu blockieren.
NEUES SZENARIO FÜR OSNABRÜCK
Eine der Optionen auf dem Tisch sieht vor, dass Teile des Werks Osnabrück an das Land Niedersachsen übertragen werden, welches anschließend ein Joint Venture mit Rafael gründet. Diese Formel soll dazu dienen, den Anschein einer direkten Zusammenarbeit von Volkswagen mit dem staatlichen israelischen Verteidigungsunternehmen zu begrenzen und so die Bedenken der katarischen Seite zu zerstreuen.
Ein Sprecher des niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies erklärte, dass das Land prüfe, wie es sich an einer möglichen industriellen Lösung für das Werk Osnabrück in der Zukunft beteiligen könne.
Eine mögliche Einigung könnte dazu beitragen, eines der sensibelsten Themen auf der Umstrukturierungsagenda von Volkswagen vor der Aufsichtsratssitzung am 4. September zu lösen. Das Unternehmen sucht aufgrund hoher Arbeitskosten, nicht voll ausgelasteter Fabriken und des Wettbewerbsdrucks aus China nach Einsparmöglichkeiten.
Während CEO Oliver Blume Einsparungen in Milliardenhöhe anstrebt, lehnen einflussreiche Arbeitnehmervertreter Werksschließungen ab. Für das Werk Osnabrück ist die Debatte besonders kritisch; die Produktion des T-Roc Cabriolet, des letzten in diesem Werk gefertigten Volkswagen-Modells, soll im nächsten Jahr auslaufen.
Ein Abkommen mit Rafael könnte auch ein Beispiel für andere Volkswagen-Standorte sein, die mit Überkapazitäten zu kämpfen haben. Blume hatte zuvor erklärt, dass man in Fällen, in denen eine Ersatzfahrzeugproduktion nicht möglich sei, nach Partnern, Investoren und neuen industriellen Nutzungsmöglichkeiten suchen werde.
Das Projekt, das in einer Zeit steigender Nachfrage nach globalen Luftverteidigungssystemen zur Sprache kommt, wird auch mit der Kurzstrecken-Raketenabwehrkapazität des Iron Dome in Verbindung gebracht. Deutschland nutzt derzeit kein Iron Dome; die Luftverteidigungsarchitektur des Landes umfasst für große Höhen das israelische Arrow 3 und das US-amerikanische Patriot-System sowie für niedrige Höhen die Systeme IRIS-T und Skyranger.
Nachrichtenquelle: 12punto
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