Auswirkungen der Krebsbehandlung auf das Herz können erst Jahre später auftreten
Prof. Dr. Ertan Ökmen wies darauf hin, dass die Auswirkungen einiger Krebsbehandlungen auf das Herz-Kreislauf-System erst 10 bis 20 Jahre später sichtbar werden können.
Obwohl das Ziel der Krebsbehandlung darin besteht, Tumorzellen zu zerstören, können einige Chemotherapien, zielgerichtete Therapien und Strahlentherapien Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Experten zufolge können einige dieser Auswirkungen während der Behandlung auftreten, während andere erst Jahre später zum Vorschein kommen.
Prof. Dr. Ertan Ökmen, Kardiologe sowie Gründer und Direktor der Abteilung für Kardio-Onkologie am Anadolu Sağlık Merkezi Hastanesi, betonte, dass insbesondere Patienten mit einer Vorgeschichte von Herzerkrankungen oder solche, die Behandlungen erhalten, die Nebenwirkungen auf das Herz haben könnten, engmaschig überwacht werden müssen.

Ökmen erklärte, dass das Hauptziel der Kardio-Onkologie darin bestehe, Herzprobleme, die bei Krebspatienten auftreten können, frühzeitig zu erkennen, um so eine sichere und ununterbrochene Fortführung der Krebsbehandlung zu gewährleisten.
Es ist nicht korrekt zu sagen, dass jeder Krebspatient ein Problem mit seiner Herzgesundheit haben wird. Einige Herzprobleme können jedoch während der Krebsbehandlung auftreten, andere erst Jahre später. Insbesondere Auswirkungen im Zusammenhang mit einer Strahlentherapie können nach 10, 15 oder sogar 20 Jahren sichtbar werden.
Laut Ökmen ist eine der häufigsten Herzkomplikationen während der Krebsbehandlung die Herzinsuffizienz, die durch eine verminderte Kontraktionskraft des Herzens entsteht. Darüber hinaus gehören Herzinfarkte, Blutgerinnsel, Herzrhythmusstörungen, Herzbeutelentzündungen und Probleme mit den Herzklappen zu den Risiken, die während des Behandlungsprozesses auftreten können.
RISIKOPATIENTEN SOLLTEN VORRANGIG ÜBERWACHT WERDEN
Ökmen wies darauf hin, dass bei der kardio-onkologischen Beurteilung zwei Patientengruppen im Vordergrund stehen. Zur ersten Gruppe gehören Patienten mit einer Vorgeschichte von Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz sowie Patienten, bei denen ein Koronarstent eingesetzt wurde oder die eine Bypass-Operation hinter sich haben. Auch Personen mit familiärer Vorbelastung für Herzerkrankungen und ausgeprägten kardiovaskulären Risikofaktoren werden dieser Gruppe zugeordnet.
Die zweite Gruppe umfasst Patienten, die zwar keine bekannte Herzerkrankung haben, aber eine risikoreiche Chemotherapie oder intelligente Medikamente erhalten, die die Herzfunktion beeinträchtigen könnten. Bei diesen Patienten kann eine regelmäßige Überwachung mittels Echokardiographie und herzspezifischen, hochsensiblen Bluttests erfolgen.
Ökmen betonte, dass Risikopatienten vor einer Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operation von einem Kardiologen untersucht werden sollten. Bei dieser Untersuchung wird die Pumpleistung des Herzens gemessen, mögliche Probleme werden mittels Elektrokardiographie (EKG) analysiert und die Eignung des Patienten für die geplante Behandlung bewertet.
Ökmen betonte, dass der Ansatz, Krebspatienten sollten sich nicht bewegen oder sehr kalorienreich ernähren, nicht korrekt sei. Er empfahl stattdessen, je nach Kraft und Tempo des Patienten, fünf Tage pro Woche jeweils 30 Minuten zu spazieren. Auch der Verzicht auf übermäßig kalorienreiche und salzhaltige Lebensmittel sowie eine ausgewogene mediterrane Ernährung gelten als wichtig für den Schutz der Herzgesundheit.
Nachrichtenquelle: 12punto
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