Warnung vor frühen Gewohnheiten für die Zahngesundheit bei Kindern: Zähneputzen, Bildschirmzeit und Ernährung wirken zusammen
Die Kinderzahnärztin Dt. Nurgül Demir weist auf die Bedeutung von frühem Zähneputzen, richtiger Ernährung und der Kontrolle der Bildschirmzeit für die Mund- und Zahngesundheit bei Kindern hin.
Der Schutz der Mund- und Zahngesundheit bei Kindern sollte nicht nur als Routine zur Kariesprävention betrachtet werden. Laut der Kinderzahnärztin Dt. Nurgül Demir beeinflussen die im frühen Alter erlernten richtigen Gewohnheiten viele Bereiche: von der Ernährung bis zur Sprachentwicklung, von der Kieferstruktur bis zur Anordnung der bleibenden Zähne, die später durchbrechen.
Demir betonte, dass die ersten Milchzähne in der Regel zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat durchbrechen und ab diesem Zeitpunkt eine Mundhygieneroutine etabliert werden sollte. Demir erklärte, dass bei den 20 Milchzähnen, die im Alter von etwa 2,5 bis 3 Jahren vollständig sind, das Risiko für Karies und Infektionen steigt, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden. Sie wies darauf hin, dass der Gedanke „Milchzähne fallen ja ohnehin aus“ nicht korrekt sei.
Gesunde Milchzähne sind wichtig für die Ernährung, das Sprechen, die Kieferentwicklung und den gesunden Durchbruch der bleibenden Zähne. Daher wird empfohlen, die Gewohnheit des Zähneputzens so früh wie möglich mit Unterstützung der Familie zu etablieren.
ZÄHNEPUTZEN SOLLTE KEINE STRAFE, SONDERN EINE TÄGLICHE ROUTINE SEIN
Laut Demir spielt die Rolle der Eltern bei der Gewohnheitsbildung eine entscheidende Rolle. Da Kinder besonders in jungen Jahren durch Beobachtung ihrer Eltern lernen, sollte das Zähneputzen zu einer angenehmen täglichen Routine werden, die gemeinsam durchgeführt wird. Wenn dieser Prozess nicht als Zwang oder Strafe präsentiert wird, fällt es leichter, die Gewohnheit dauerhaft zu etablieren.
Demir erklärte, dass das Zähneputzen bis zum vollständigen Durchbruch der bleibenden Zähne unter der Kontrolle der Eltern bleiben sollte, und fügte hinzu, dass eine ausreichende Hygiene während der Phase des Wechselgebisses dazu beiträgt, größere Probleme in der Zukunft zu vermeiden.
Auch die Menge der Zahnpasta bei Kindern sollte dem Alter angepasst werden. Bis zum Alter von 3 Jahren wird eine reiskorngroße Menge empfohlen, zwischen 3 und 6 Jahren eine erbsengroße Menge. Das zweimal tägliche Zähneputzen mit der richtigen Technik und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt gehören zu den grundlegenden Maßnahmen, um frühe Probleme zu erkennen, bevor sie fortschreiten.
Auch bei Probiotika, deren Zusammenhang mit der Mundgesundheit in den letzten Jahren häufiger diskutiert wird, ist ein vorsichtiger Ansatz erforderlich. Demir wies darauf hin, dass einige Studien zeigen, dass bestimmte probiotische Stämme den Spiegel kariesverursachender Bakterien senken sowie den Speichelfluss und das pH-Gleichgewicht im Mund unterstützen können. Sie betonte jedoch ausdrücklich, dass Probiotika das Zähneputzen und die regelmäßige Mundpflege nicht ersetzen.
ESSEN VOR DEM BILDSCHIRM KANN DAS KARIESRISIKO ERHÖHEN
Die zunehmende Nutzung von Tablets und Smartphones bei Kindern bringt neue Risiken für die Mund- und Kieferentwicklung mit sich. Laut Demir kann sich die Kaudauer beim Essen vor dem Bildschirm unbewusst verlängern, oder das Kind kann die Gewohnheit entwickeln, Nahrung im Mund zu behalten. Insbesondere kohlenhydrat- und zuckerhaltige Lebensmittel, die lange im Mund verbleiben, können das Kariesrisiko erhöhen.
Bei Kindern, die sich während der Bildschirmzeit nicht auf das Essen konzentrieren, kann auch die Gewohnheit beobachtet werden, mit offenem Mund zu essen. Dies wird als einer der Faktoren angesehen, die die Kieferentwicklung negativ beeinflussen können. Wenn das Gerät bei der langen Nutzung von Tablets oder Smartphones unter Augenhöhe gehalten wird, führt dies dazu, dass der Kopf ständig nach vorne geneigt bleibt, was sich auf die Nackenhaltung, die Atemfunktionen und die Kieferentwicklung auswirken kann.
Demir erklärte, dass Zähneknirschen, Traumata und Haltungsschäden zu den häufigen Ursachen für Kiefergelenksprobleme gehören, und sagte, dass Symptome wie eingeschränkte Kieferbewegungen, Schwierigkeiten beim Kauen oder Geräusche im Gelenk beachtet werden sollten.
Demir wies auch darauf hin, dass eine längere Bildschirmzeit bei einigen Kindern die Gewohnheit der Mundatmung auslösen kann. Sie erklärte, dass die Mundatmung die korrekte Positionierung der Zunge verhindern und somit die Entwicklung des Oberkiefers beeinträchtigen kann. Diese Zustände, wenn sie nicht frühzeitig erkannt werden, können im weiteren Verlauf den Boden für Kieferverengungen, Fehlbisse und Probleme bei der Gesichtsentwicklung bereiten.
Demir betonte, dass das Fundament für eine gesunde Mundstruktur bei Kindern in jungen Jahren gelegt wird, und unterstrich, dass regelmäßiges Zähneputzen, die Verwendung der richtigen Produkte, eine ausgewogene Ernährung, die Kontrolle der Bildschirmgewohnheiten und regelmäßige Zahnarztbesuche die wichtigsten Schritte zur lebenslangen Unterstützung der Mundgesundheit sind.
Nachrichtenquelle: 12punto
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