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Kritik vom NHKM an Nâzım-Hikmet-Ausstellung in Izmir: „Machen Sie Nâzım nicht zum Aushängeschild des Kapitals“

Das Nâzım Hikmet Kulturzentrum (NHKM) stellt sich gegen die von Folkart in Izmir geplante Nâzım-Hikmet-Ausstellung und veröffentlichte eine Erklärung, die sich gegen das Unternehmen und die beteiligten Institutionen richtet.

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Kritik vom NHKM an Nâzım-Hikmet-Ausstellung in Izmir: „Machen Sie Nâzım nicht zum Aushängeschild des Kapitals“

Das Nâzım Hikmet Kulturzentrum (NHKM) Istanbul hat Kritik an der Ausstellung „Nâzım Hikmet / Romantika: Eine Lebensreise“ geübt, die unter der Schirmherrschaft der Stadtverwaltung Izmir von Folkart organisiert werden soll.

In der Erklärung des NHKM wurde beanstandet, dass Nâzım Hikmet lediglich als „romantischer Dichter“ präsentiert werde. Es wurde argumentiert, dass die kommunistische Identität und der politische Kampf des Dichters ignoriert würden, um ihn für die institutionelle Selbstdarstellung von Kapitalgruppen zu instrumentalisieren.

In dem Text, der Kritik am Ausstellungssponsor Folkart und der Familie Sancak enthält, wurden das Wachstum des Unternehmens während der AKP-Regierungszeit, seine politischen Beziehungen und seine Bauprojekte in Izmir thematisiert. Das NHKM wies zudem auf Arbeitsunfälle auf Folkart-Baustellen hin und erklärte, dass Kudbettin Kırergin bei einem Bauprojekt von Folkart aus dem sechsten Stock gestürzt und ums Leben gekommen sei, weil keine Arbeitsschutzmaßnahmen getroffen worden waren.

Nehmen Sie Ihre Hände, an denen das Blut von Arbeitern klebt, sofort von Nâzım!

— NHKM-Erklärung

AUFRUF AN DIE BETEILIGTEN INSTITUTIONEN

In der Erklärung wurde auch auf die Worte des Bürgermeisters von Izmir, Cemil Tugay, reagiert, der gesagt hatte: „Wir bringen das Blau von Izmir mit dem Freiheitsblau von Nâzım Hikmet zusammen.“ Das NHKM betonte, dass die Weltanschauung von Nâzım Hikmet nicht mit Unternehmen in Einklang gebracht werden könne, denen die Zerstörung der Natur und die Umwandlung der Stadt in ein Spekulationsobjekt vorgeworfen wird.

Die Kapitalistenklasse versucht seit Jahren, Nâzım von seinem politischen Kampf, seiner kommunistischen und parteigebundenen Persönlichkeit zu reinigen und ihn auf die Figur eines ‚romantischen Dichters‘ zu reduzieren... Diejenigen, die das Leben der Arbeiter entwerten und die Stadt in ein Spekulationsobjekt verwandeln, können die Zukunftshoffnung von Nâzım nicht repräsentieren; sie können diese Hoffnung nur in Werbematerial verwandeln.

— NHKM-Erklärung

Das NHKM erinnerte daran, dass Nâzım Hikmet 1925 im Auftrag der Kommunistischen Partei der Türkei nach Izmir gekommen sei und dort organisatorische Arbeit unter Arbeitern geleistet habe. In der Erklärung hieß es: „Nicht Folkart hat Nâzım nach Izmir gebracht, sondern der Kampf der Arbeiterklasse, der ihn seit hundert Jahren in Izmir am Leben erhält.“

Das NHKM wandte sich auch an die Stadtverwaltung Izmir und erklärte, dass öffentliche Macht nicht zugunsten von Kapitalgruppen eingesetzt werden dürfe. Institutionen, die zur Ausstellung beitragen, wie die Nâzım Hikmet Kültür- und Kunststiftung, das Russische Staatsarchiv für Literatur und Kunst sowie das Ara Güler Archiv- und Forschungszentrum, wurden dazu aufgerufen, ihre Unterstützung zu überdenken.

Überlassen Sie Nâzım, dessen Erbe Sie zu schützen vorgeben, seinen Kampf und seine Kunst nicht den Händen einer räuberischen Mentalität und lassen Sie nicht zu, dass sie beschmutzt werden. Erlauben Sie nicht, dass Ihr Beitrag in das institutionelle Aushängeschild einer Kapitalgruppe verwandelt wird. Überdenken Sie Ihren Beitrag zu dieser Ausstellung und teilen Sie Ihre Haltung der Öffentlichkeit mit.

— NHKM-Erklärung

Die Erklärung endete mit den Worten: „Wir, die wahren Freunde von Nâzım, werden unsere Pflicht erfüllen.“


Nachrichtenquelle: 12punto

Nâzım Hikmet NHKM Folkart Stadtverwaltung Izmir Cemil Tugay Familie Sancak Romantika