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Können Wähler durch künstliche Intelligenz getäuscht werden? Was tun Meta und andere Unternehmen?

Meta, der Eigentümer von Facebook und Instagram, wird ein Team zur Bekämpfung von KI-generierten Fake-Inhalten während der Wahlen zur Europäischen Union (EU) aufstellen. Dieser Schritt gilt als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Deepfake-Technologien, die zur Täuschung von Wählern eingesetzt werden könnten.

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Können Wähler durch künstliche Intelligenz getäuscht werden? Was tun Meta und andere Unternehmen?

Meta, der Eigentümer von Facebook und Instagram, hat angekündigt, ein Team zur Bekämpfung von Inhalten zu bilden, die während der anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden.

Das Unternehmen ist besorgt über das Potenzial von KI-Technologien, die Videos, Fotos und Stimmen imitieren können, um Wähler in die Irre zu führen.

Ein Branchenexperte bezeichnete den Plan von Meta jedoch als "ineffektiv". In diesem Jahr finden in mehr als 60 Ländern, in denen über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt, Wahlen statt.

Die USA, Russland, Indien, die Türkei, Pakistan, Bangladesch und Indonesien sind nur einige davon. Monate und Wochen vor den Wahlen äußern auch Politiker ähnliche Bedenken hinsichtlich künstlicher Intelligenz.

Der britische Innenminister James Cleverly erklärte kürzlich in einem Interview mit der Zeitung Times, dass einige Personen KI-generierte Fake-Inhalte nutzen würden, um die Wahlen zu beeinflussen.

WAS GENAU WIRD META TUN?

Marco Pancini, der für EU-Angelegenheiten zuständige Leiter bei Meta, zu dem auch WhatsApp und Threads gehören, erklärte in einem Blogbeitrag, dass das Unternehmen ein "spezielles Wahl-Einsatzzentrum für die EU" einrichten werde. Dieses Zentrum werde "potenzielle Bedrohungen erkennen und in Echtzeit über alle Anwendungen und Technologien hinweg gezielte Maßnahmen ergreifen".

Pancini sagte: "Seit 2016 haben wir mehr als 20 Milliarden Dollar in den Sicherheitsbereich investiert und unser globales Team, das in diesem Bereich arbeitet, vervierfacht, sodass wir nun 40.000 Mitarbeiter beschäftigen."

Pancini wies darauf hin, dass dazu auch 15.000 Personen gehören, die Inhalte auf Facebook, Instagram und Threads in mehr als 70 Sprachen prüfen, und betonte, dass in diesem Prozess Ingenieure, Datenexperten und Juristen zusammengebracht wurden.

Laut Deepak Padmanabhan von der Queen's University Belfast, einem Mitautor eines Artikels über Wahlen und künstliche Intelligenz, weist der von Meta angekündigte Plan einige Lücken auf.

Padmanabhan sagt: "Man kann sagen, dass die geplante Strategie in wichtigen Punkten ineffektiv sein wird."

Padmanabhan hinterfragt, wie Meta mit KI-generierten Bildern umzugehen gedenkt, und hält die Umsetzung der Strategie für möglicherweise nicht realisierbar.

Am Beispiel einer Situation, in der KI-generierte realistische Bilder Demonstranten im Konflikt mit der Polizei zeigen, sagt Padmanabhan:

"Um zu beweisen, dass die Bilder gefälscht sind, müssten wir sicherstellen, dass es keinen Konflikt gab. Das ist möglicherweise weder für die Technologie noch für Experten machbar.

"Wie kann irgendeine Technologie dies als echt oder gefälscht einstufen? Daher ist es nicht sehr klar, wie effektiv die Strategie von Meta sein kann. Zumindest gibt es ernsthafte Einschränkungen."

Meta arbeitet derzeit mit 26 Faktencheck-Organisationen in der gesamten EU zusammen und gibt an, drei weitere Partner mit Sitz in Bulgarien, Frankreich und der Slowakei aufzunehmen.

Die Rolle dieser Organisationen besteht nicht darin, sich mit Inhalten zu befassen, die darauf abzielen, die Wahlbeteiligung zu unterdrücken, da solche Beiträge ohnehin verboten sind.

Die Organisationen zielen vielmehr darauf ab, Inhalte zu identifizieren, die Fehlinformationen verbreiten, einschließlich KI-generierter Elemente.

Marco Pancini, der EU-Chef von Meta, erklärt, dass solche Beiträge mit Warnhinweisen versehen werden, damit sie nicht prominent hervorgehoben werden.

Es wird zudem darauf hingewiesen, dass gefälschte Beiträge in Werbeanzeigen nicht zugelassen werden. Pancini betont, dass diese Bemühungen das Ergebnis von Kooperationen seien und unterstreicht die Notwendigkeit künftiger Koordination wie folgt:

"Da KI-generierte Inhalte im gesamten Internet auftauchen, arbeiten wir auch mit anderen Unternehmen unserer Branche an gemeinsamen Standards und Richtlinien. Diese Arbeit geht über ein einzelnes Unternehmen hinaus. Sie wird eine große Anstrengung über die gesamte Industrie, Regierungen und die Zivilgesellschaft hinweg erfordern."

WELCHEN WEG GEHEN ANDERE UNTERNEHMEN?

Vor zwei Wochen unterzeichneten insgesamt 20 Technologieunternehmen, darunter Meta, OpenAI, Microsoft und Adobe, eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von KI-generierten Fake-Inhalten vor Wahlen.

Auch die Social-Media-Plattform TikTok gab in den vergangenen Wochen bekannt, dass sie in ihrer Anwendung für die 27 EU-Mitgliedstaaten "Wahlzentren" in den jeweiligen Landessprachen einrichten werde, in denen verlässliche offizielle Informationen zu finden sein sollen.


Nachrichtenquelle: 12punto

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