Politikerin Aylin Kotil: 'In unserem Land gibt es kaum noch Menschen, die als Journalisten arbeiten können'
Die Politikerin und Pädagogin Aylin Kotil äußerte sich anlässlich des '10. Januar, dem Tag der arbeitenden Journalisten'. Kotil erklärte: "Leider gibt es in unserem Land kaum noch Menschen, die als Journalisten arbeiten können. Ein Teil der echten Journalisten sitzt im Gefängnis, ein Teil ist im Exil, ein Teil ist arbeitslos."
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Die Politikerin und Pädagogin Aylin Kotil, die für die CHP als Kandidatin für das Bürgermeisteramt von Şişli bei den Kommunalwahlen am 31. März 2024 antrat, veröffentlichte anlässlich des '10. Januar, dem Tag der arbeitenden Journalisten', eine schriftliche Erklärung.
'EIN TEIL DER ECHTEN JOURNALISTEN SITZT IM GEFÄNGNIS'
"Leider gibt es in unserem Land kaum noch Menschen, die als Journalisten arbeiten können. Ein Teil der echten Journalisten sitzt im Gefängnis, ein Teil ist im Exil, ein Teil ist arbeitslos", sagte Kotil und fuhr fort:
"Wo es keine Freiheit gibt, gibt es auch keine kritische Hinterfragung. Ich grüße alle meine Journalistenkollegen, die versuchen, 'Journalismus zu betreiben', in unseren verbliebenen oppositionellen Publikationen, angeführt von BirGün, Evrensel und Cumhuriyet, in Nachrichtenseiten, TV-Kanälen oder in den sozialen Medien..."
WIE ENTSTAND DER 10. JANUAR, DER TAG DER ARBEITENDEN JOURNALISTEN?
Der Grundstein für den Tag der arbeitenden Journalisten wurde mit dem am 4. Januar 1961 verabschiedeten "Gesetz Nr. 212" gelegt, das den Presseangestellten bestimmte Rechte und rechtliche Garantien einräumte. Diese Regelung wurde im Amtsblatt veröffentlicht und machte den 10. Januar zu einem besonderen Feiertag.
Das "Ereignis der neun Verleger", das einen wichtigen Wendepunkt bei der Verteidigung der Journalistenrechte markiert, hat sich in die Pressegeschichte eingeschrieben.
Journalisten beschlossen in dieser Zeit, eine Zeitung namens "Basın" (Presse) herauszugeben, und führten einen dreitägigen Boykott durch.
Die Zeitung Basın erschien am 11. Januar und setzte ihre Veröffentlichung während des gesamten Boykotts regelmäßig fort. Der Tag der arbeitenden Journalisten entstand als Ergebnis dieses Ereignisses, und der 10. Januar wurde als "Fest der arbeitenden Journalisten" gefeiert.
Heute wird er seit 1971 als "Tag der arbeitenden Journalisten" begangen.
WAS IST DAS EREIGNIS DER NEUN VERLEGER?
Die Eigentümer von 9 Zeitungen, die die ihnen durch das Gesetz Nr. 212 auferlegten Verantwortlichkeiten nicht akzeptieren wollten, unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung, in der sie behaupteten, dass das Gesetz Nr. 212 und das Gesetz Nr. 195 zur Gründung der Presseanzeigenbehörde berufliche Nachteile mit sich bringen würden, und kündigten an, ihre Zeitungen für 3 Tage zu schließen.
Nach dieser Entwicklung, die als "Ereignis der neun Verleger" in die Pressegeschichte einging, führten Journalisten verschiedene Protestaktionen durch und gaben während des Boykotts eine Zeitung namens "Basın" heraus, um die Öffentlichkeit nicht ohne Nachrichten zu lassen.
Die Zeitung Basın erschien am 11. Januar mit der Schlagzeile "Wir stehen immer im Dienste des Volkes" und setzte ihre Veröffentlichung während des dreitägigen Boykotts regelmäßig fort. Im Leitartikel der ersten Ausgabe der Zeitung hieß es:
"Selbst in Tagen, in denen unsere Grundrechte und Freiheiten tatsächlich eingeschränkt sind und nicht nur die Presse, sondern das ganze Land in eine beispiellose Gefahr gebracht wird, wird diese Aktion der Zeitungsbesitzer, die ihre Zeitungen damals nicht schlossen und nicht zum Protest griffen, nun aber wegen einer Anzeigenbehörde so handeln, in unserer Pressegeschichte sicherlich keinen ehrenvollen Platz einnehmen.
Eine Zeitung herauszugeben ist nicht dasselbe wie eine Sockenfabrik zu betreiben. Die Presse ist ein öffentlicher Dienst."
Nachrichtenquelle: 12punto
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