Brisante Erkenntnisse im Prüfbericht zur AKP-Ära in Üsküdar: Unrechtmäßige Ernennungen, kostenlose Busse für Stiftungen...
Bei Prüfungen der AKP-Ära in der Stadtverwaltung von Üsküdar wurden Vorwürfe wegen Verstößen gegen Vorschriften bei der Personalbesetzung und der Nutzung öffentlicher Ressourcen laut. Den Untersuchungen zufolge wurden im Jahr 2023 trotz besetzter Stellen kommissarische Ernennungen vorgenommen, Beraterposten ohne offizielle Planstellen im Umfeld des Bürgermeisteramtes geschaffen und für Busdienstleistungen an bestimmte Vereine und Stiftungen keine Gebühren erhoben.
Die Stadtverwaltung von Üsküdar war bei den Kommunalwahlen am 31. März 2024 an die CHP übergegangen; Sinem Dedetaş wurde mit einem Stimmenanteil von 49,9 Prozent zur Bürgermeisterin gewählt. Die Stadtverwaltung geriet erneut in das Zentrum politischer Debatten, nachdem Dedetaş am 29. Juli 2026 unter dem Vorwurf der „Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechung und Erpressung“ festgenommen und am 31. Juli inhaftiert wurde.
Die nach der Inhaftierung von Dedetaş durchgeführte Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters wurde in vier Wahlgängen abgeschlossen. Der AKP-Kandidat Dündar Ziya Gültekin gewann die Wahl, nachdem zwei CHP-Gemeinderatsmitglieder die Seiten gewechselt hatten. Der Prozess endete unter Begleitung von Inhaftierungen und Kontroversen gegen Gemeinderatsmitglieder.
DIE WICHTIGSTEN ERKENNTNISSE DER PRÜFUNG
Wie Birgün berichtet, wurde bei der vom türkischen Rechnungshof (Sayıştay) durchgeführten Prüfung für das Jahr 2023 festgestellt, dass trotz besetzter Stellen in sieben Direktionen, darunter die Direktion für Immobilien und Enteignung sowie die Direktion für soziale Unterstützungsdienste, kommissarische Ernennungen vorgenommen wurden. Dem Bericht zufolge profitierten die Personen, die die Stellen besetzten, von den Rechten der Direktorenposten, während sie weiterhin faktisch in anderen Beamtenstellen arbeiteten.
In den Prüfungen wurde zudem vermerkt, dass trotz fehlender gesetzlicher Planstellen Ernennungen zum „Berater des Bürgermeisters“ und „Berater des stellvertretenden Bürgermeisters“ vorgenommen wurden. In diesem Rahmen wurden laut Bericht acht Personen auf diesen Beraterpositionen eingesetzt.
Ein weiterer Befund zur Ära des AKP-Politikers Hilmi Türkmen betrifft die Bereitstellung von Bussen. Es wurde festgestellt, dass im Februar 2023 auf Anfrage eines nicht namentlich genannten Vereins ein Bus gemietet, die Mietgebühr jedoch nicht eingezogen wurde. Den Prüfungen zufolge entgingen der Stadtverwaltung durch die kostenlose Bereitstellung von Busdiensten an verschiedene Personen, Institutionen, Vereine und Stiftungen im Laufe des Jahres 2023 Einnahmen in Höhe von insgesamt 576.000 TL.
Die im Bericht enthaltenen Erkenntnisse haben die politischen Debatten im Bezirk nach dem Machtwechsel in der Stadtverwaltung von Üsküdar erneut angeheizt. Es wird erwartet, dass die Befunde zu den Praktiken der vorherigen Amtszeit zu neuen Diskussionen über die Personalauslastung und die Zuweisung öffentlicher Ressourcen in der Kommunalverwaltung führen werden.
Nachrichtenquelle: 12punto
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